Spa-Hotel Jagdhof / Jermann und Gaja

Relais & Châteaux SPA Hotel Jagdhof *****
Familie Pfurtscheller
Scheibe 44
A-6167 Neustift Stubaital / Tirol / Austria
+43 (0) 5226-2666
 www.hotel-jagdhof.at


“Ready for take off” für eine außergewöhnliche Weinprobe. Dinnerscout war bei einer von drei großen Weinproben im Relais & Châteaux Spa-Hotel Jagdhof Neustift, Stubaital, Tirol dabei. Zum Saisonende fand im Jagdhof noch ein kulinarisches Event der Superlative statt. Hausherr Armin Pfurtscheller und Sommelier Matthias Tanzer laden zu einer geselligen und informative Weinverkostung in den rustikalen Weinkeller des Jagdhofs. International renommierte Winzer hatten vor Ort ihre Schätze vorgestellt. Herr KR Peter Morandell von MORANDELL führt uns durch die Degustation und fungiert als Moderator.

Silvio Jermann, KR Peter Morandell, Stefano Canello Neffe von Gaja

“Were Dreams, now it is just wine!” Wir beginnen mit Weine von Silvio Jermann – er gehört wohl zu den größten Namen im Friaul, oder kann ich sagen einer der besten Weinmacher Italiens, zumindest ist er ein Visionär und Vorreiter aus dem Friaul. Sein Name “Jermann” hat noch deutsche Wurzeln, dennoch ist er der Erbe einer ursprünglich austro-hungarischen Winzerfamilie. Nach seinem Studium an der Academy of San Michele all´Adige führte ihn sein erster Weg nach Kanada. Sein dortiges Volontariat brachte ihm nicht nur neue Erkenntnisse im Weinbau, nein auch sein jetzt ältester Son Angelo wurde geboren. Zurück im eigenen Weinbau ging er bereits früh radikal neue Wege, nicht alleine für das Weingut Jermann sondern vielmehr für den gesamten italienischen Weinbau. Auch heute noch möchte er nicht in den “gängigen” regionalen Tradtionen festhängen, Jermann läßt sich nicht unter DOC einordnen er experimentiert insbesondere mit Weißwein Cuvées und geht bewußt weiterhin seinen eigenen Weg weiter. Ein Weg/Geschichte ist die des Weines “DREAMS”, der 100%tige Chardonnay ist mit einem Lied von U2 verbunden. 1987 wurde der Wein mit der Zeile “Where the Dreams have no end…” betitelt aber nach der neunten Weinlese entwickelte Silvio Jermann den Titel weiter und es wurde daraus “Were Dreams, now it is just wine!”. Jermann hört gerne von U2 das Lied “Where the Streets have no Name” das ihn dann zu dem neuen Namen inspirierte.

Verkostet wurden: 2008 Pino Grigio, 2007 Chardonnay, 2007 Sauvignon, 2008 VINNAE, 2007 DREAMS, 2006 Vintage Tunina, 2006 Capo Martino

Begrüßen wir Stefano Canello, den Neffen von Gaja. Angelo Gaja gehört zu den Winzerstars aus dem Piemont. Als Sohn einer der bedeutendsten Weinbauernfamilien im Piemont – schon der Vater Giovanni hatte in den fünfziger Jahren den größten Weinbergbesitz von Barbaresco – war Angelo, der 1961 in den elterlichen Betrieb eintrat, prädestiniert für eine Rolle als Leitfigur. Mit feinem Gespür für notwendige Neuerungen und einem besonderen Talent im Marketing, schuf er für sich und die Weine seiner Region einen erstaunlichen internationalen Ruf. Aufgrund von Erfahrungen, die er in Frankreich sammeln konnte, führte er neue Techniken ein, die ihm bis heute Weltruf verschaffen. Ein weiteres Projekt war für Ihn die toskanische Maremma. Vor 40 Jahren kaufte er in dem unbekannten Moorgebiet der Maremma mehrere Hektar Land um dort Wein anzubauen. Dort zu kaufen war zu der Zeit sehr einfach, denn die ansässige Industrie brach zusammen und die Arbeiter wanderten weg. Donnoch waren einige Verhandlungen nötig um genügend Land zu erhalten, Gaja hatte aber Ergeiz und ist immer wieder dort hingefahren. Seine Frau hat schon alles aufgegeben und hat zu Ihm gesagt “was machts du? das ist doch eine “Ca Marcanda”, was soviel bedeutet wie “schwer etwas zu kaufen/Unendliche Geschichte”. Doch er bekam was er wollte und so ist in dem ehemaligem Gebiet in dem nur Obstbau, Olivenkultur und Viehzucht betrieben wurde ein Weinbaugebiet entstanden. In der Maremma sind neben den Weinen von Gaja (Ca´Marcanda und Barbaresco) noch Sassicaia und Ornellaia die wir kennen.

Verkostet wurden:
2006 PROMIS, 2006 MAGARI, 2004 CAMARCANDA, 2006 SITO MORESCO, 2004 DAGROMIS, 2005 BARBARESCO, 2004 SPERSS

Am Abend kreiert uns der Küchenchef Michael Spirk ein Degustationsmenü, das perfekt auf die zu verkostenden reiferen Jahrgänge abgestimmt war. jagdhof_weinkulinarium


Carpaccio vom Rinderfilet mit Parmesan, Geschmorter Pulpo auf Saubohnen Gemüse dazu Capo Martino 1998, Vintage Tunina 1999, Dreams 2000 und 2002

 

Rotweinrisotto mit Babyspinat und Jakobsmuschel, Barbaresco Costa Russi 1982, Barbaresco Sori Tildin 1986.

 

Kleines Kalbspiccata mit Ofenparadeisersauce und Nudeln, Saltimbocca vom Lammrücken auf mediterranem Gemüse mit Gnocchi, die Weinauswahl waren dazu Barbaresco 1985, Barbaresco Costa Russi 1985, Barbaresco Sori Tildin 1985 und Barbaresco Sori San Lorenzo 1985 zum Saltimbocca Darmagi 1985, Barolo Sperss 1997, Barolo Sperss 1990.

Zu der kleinen reifen italienischen Käsevariation kommen richtige alte Weine. Barbaresco 1967, Barbaresco Infernot 1967 und Barbaresco Sori San Lorenzo 1967.

Mit der Panna cotta mit pochiertem Pfirsich und der Scharzhofberger Auslese 1989 von Egon Müller verabschieden wir uns von der Degustation sagen Danke für den Genuss der Weine und der Speisen und freuen uns darauf im Jagdhof auch einmal den SPA-Bereich zu besuchen.

Vielen Dank und schöne Grüße an Familie. Pfurtscheller vom Jagdhof

Thomas Neumann


Kommentar verfassen