24. Tellerchen – oder Frohe Weihnachten

Begonnen mit dem aufbäumenden Vorweihnachts-Wahnsinn. Einkaufen, Dekorieren, Planen und Vorkochen, ja die sogar die sogenannte Bratenspitze ist nicht ausgeblieben – EON-Strom hat sich wieder gefreut. Egal wie auch, in den meisten Haushalten beginnt Weihnachten mit der Tötung eines Tieres und dem Braten desselben.

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Auch bei uns begann das Fest des Genusses mit dem Einkauf beim Niederreuther, der Zubereitung, der Kühlstellung der Weine und das Wichtigste – der Hummer wird “speisegerecht ” gemacht.

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Das geht sehr einfach, Hummer noch beweglich (frisch) nehmen, Wasser zum Kochen bringen, salzen und dann mit dem Kopf voraus in das kochende Wasser schmeißen. Man sagt der Hummer hat eine Nervenstruktur wie eine Heuschrecke (aber wie ist die Nervenstruktur einer Heuschrecke?). Naja wenn wir eine Gans essen würden, müßte ich ihr auch den Hals abhacken.

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Nach ca. 8 Minuten habe ich den Hummerschwanz von den Scheeren getrennt und diese dann noch 3 Min köcheln lassen. Den Hummer dann in eiskaltes Wasser geschmissen, damit er nicht nachköchelt. Dann geht es los, erster Gang, geräucherter Aal mit Wachtelei auf Kartoffel und Quark, dazu Rote Beete in Sherrydressing, hierzu trinken wir einen Moscato (Colli Euganei), einen Süßwein mit ausgezeichneter Kraft und Fruchtnote.

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Zweiter Gang, Hummer mit Sülze nach dem Rezept von Florian und Jakob (Terrine München)

Hummerbisque
Die trockenen Hummerkarkassen in Olivenöl anrösten. Grobe Würfel von Zwiebel, Fenchel, Sellerie und Karotte zugeben und mitrösten. Feine Scheiben vom frischen Ingwer und Knoblauch dazugeben. Etwas Tomatenmark einrühren und anschwitzen. Nacheinander mit einem Schuß Cognac, etwas Weißwein und Noilly Prat ablöschen. Frische, reife Tomaten (oder gute Dosentomaten) zufügen und mit Fischfond oder Brühe auffüllen. Leise etwa 90 Minuten simmern lassen und einen Schuß Rahm zugeben. Abschließend den Fond durch ein Spitzsieb passieren und eventuell noch etwas reduzieren, vor dem Servieren mit ein wenig Butter aufmontieren.

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Hierzu trinken wir den “Fritz, Cuvée 2005″, ( www.weingut-friedrich-becker.de ) Frisch, zu Fisch und luftig, schön frech und mit ruhiger Säure.

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Dritter Gang, Riesengambas in Zitronen-Koriander-Sosse auf Orangenterrine und Reis.

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Als Nachspeise gab es genial vorbereitete Mocca-Eclairs nach Dieter´s Rezept. (Wir danken ihm, sie waren eine große Überraschung und super lecker noch dazu). Getrunken wurde dazu ein Grauer Burgunder, Zean aus Rheinhessen. Er schmeckt wunderbar fruchtig nach Pfirsichen, zu diesem Wein kann ich leider nicht sagen wie und woher, würde aber auf jeden Fall mehr kaufen wollen.

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Als Abschluss gab es dann noch die traditionellen weihnachtlichen Mitternachtsweisswürste und einfach nur ein Bier dazu. Gut … aber dann für den Tag auch genug und alle gehen glücklich ins Bett.

Am ausgeschlafenen Mittag danach geht es natürlich weiter mit einer Kürbiskernsuppe mit einer Gewürzmischung von Frau Matthaei ( www.bettina-matthaei.de ).

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Ab zum Wild, nach erfolgreicher Erlegung eines 1-jährigen Hirschen schon vor 3 Monaten, den wir schon küchenfertig vorbereitet, ausgenommen, Fell abgezogen und davon ach noch Hirschfond gekocht hatten, wird nun in verschiedensten Garzeiten mit selbst geriebenen Spätzle und Blaukraut aufgetischt. Die Sosse ist mit Maronen und Lebkuchengewürz gebunden.

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Nach einiger Zeit konnten noch einige von uns tiefer ins Glas schauen und den schon so gut beschriebenen Guggenbichler Walnuß-Likör geniessen – dazu als absolute Sünde Zwetschgenknödel, diese aber mit einem anderen Teig gemacht und mit Buttersosse serviert. Da hätte ich mich reinsetzen können.

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Nun weitere 12 Stunden später, man glaubt es kaum, aber es brennt noch immer ein Kerzlein an einem Baum. Seltsam aber man bekommt schon wieder Hunger.

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Start mit Gesang, da passt so gleich das Bruschetta dran.

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Jetzt noch Weisswein rein und fein kommt ein Süppchen mit Sonntagsmaultaschen zur Tür herein.

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Nun, ganz fein kommt das kleine Fische´lein. Mit Pinienkernen, die ich eigentlich schon beim ersten Gang verwenden wollte, dazu Bohnen und Pilzmischung.

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Zum Abschluß noch Mangonockerl mit Frosted-Himbeeren á la Schuhbeck.

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Ich glaube nun bin ich für die nächsten Tage satt und werde auf 2007 warten und so lange den Herd nicht mehr anmachen.
Schöne Grüße Thomas

2 thoughts on “24. Tellerchen – oder Frohe Weihnachten

  1. Markus
    28. Dezember 2006 at 22:38

    Na dann mal frohe Weihnachten liebster Thomas.

    Das klingt ja super. Da hast bestimmt mit Geschenke packen, Baum schmücken, Kinder ruhig halten und kochen eine “stressfreie” Vorbereitung gehabt. Respekt! Da habe ich mich “nur” an Hans Haas seine Weihnachtsgans mit selbstgemachten Blaukraut und in Butter abgerösteten Brezenknödeln gehalten.
    Mit einem nervösen Luis und seine Vorfreude aufs Christkind war das auch ein Highlight.
    Liebe Grüsse und vielleicht sieht man sich ja auf der Piste. Wann und wo bist Du denn in den Bergen?
    Markus

  2. oma Manti
    30. Dezember 2006 at 22:38

    Ja, lb.Thomas und Verena,
    auch wir kamen zum Teil in den Genuß der Leckereien. Die Mocca-Eclairs hatte ich noch nie gegessen und ich muß sagen, man kann sich gut daran gewöhnen, super!
    Der Hirsch und die Zwetschenknöderl als Nachspeise waren ebenso ausgezeichnet.
    Danke!

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