36 Std. Barcelona erster Teil

Fast ein bischen verschlafen sause ich mit über 200 Sachen zum Aussenparkplatz P41 an den Flughafen München. Um dann doch noch 15 Minuten auf den Bus zu warten und um 6.25 endlich im Terminal II zu sein. Dann Koffer abgeben und ab zum Sicherheitscheck. Dort muß man sich faßt ausziehen, alle Gürtel abmachen Kamera Überprüfung usw. danach renne ich schnell zum Dallmayer und kaufe mir noch einen Espresso rase dann zum Gate, merke dass es geändert wurde, rase wieder zum anderen Gate. Endlich angekommen hole ich mir noch einen Kaffee am Automat den ich aber nicht austrinken kann da bereits das Boarding beginnt. Jetzt gehts los, so eilig wie ich es habe setze ich mich natürlich gleich in die falsche Reihe und werde von der strengen Stewardess mit einem “perdon Senior” darauf hingewiesen wo mein richtiger Platz ist. Die Flugzeit beträgt 1.45 und wir werden vom spanischen Kapitän Begrüßt, die Ansage ist mit einem so lauten Piepston übertönt, so das alle im Flugzeug sich die Ohren zuhalten und nur noch das mürrische muchas Gracias am Ende verstehen. So müde wie ich bin könnte ich im Stehen schlafen, aber dafür bin ich viel zu aufgekratzt, so lese ich und schau aus dem Fenster wie der Tag aufwacht.

Angekommen und ausgecheckt geht es zum Taxistand der mich gleich in die Innenstadt zu meinem Hotel bringt. Da es erst 10:00 Uhr ist gebe ich dort nur meine Koffer ab, da das Hotelzimmer noch nicht frei ist. Und los gehts, aufgepackt mit Stadtplan und Kamera geht es sofort in die “Rambalas”, eine ca. 2km lange Fußgängerzone die sich bis zum Hafen hinstreckt. Zwischen den Touristen die mit ihren Caddies zum Hafen wandern sind immer wieder Gaukler, Pantomime, und Verkaufsstände.

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Es fällt aber auch einem Blinden auf das sich dazwischen auch Taschendiebe und Dealer tummeln. Mein Münchner Sicherheitsgefühl stellt sich hier noch nicht ein, so dass ich meine Kamera und meine Geldsachen krampfhafter festhalte. Mein Gefühl wird nicht besser als ich in die Seitenstraßen einbiege, hier sitzen auch Obdachlose von denen jeder 2te einen Kampfhund besitzt. Da ich aber schnell unterwegs bin und in den Ortsteil “Casc Antic” ind die C del Comerc möchte verdränge ich das. Nachdem ich mir die Hacken abgelaufen habe ist es bereits 12:00 Uhr und ich suche das Comerc24 dort kocht Carles Abellan ein Meisterschüler von Ferran Adràn. Natürlich komme ich zu Früh, denn in Barcelona ißt man erst ab 13:00 Uhr bis 16:00 Mittag, besser man kommt erst um 14:00 um sich nicht gleich als Tourist zu outen.

Barcelona_Dinnerscout Comerc24

Danach laufe ich zu Santa Maria in der Comerc 17, leider ist dies geschlossen. Überhaupt haben am Sonntag und Montag sehr viel Spitzenrestaurants Ruhetag. Was aber nichts ausmacht, denn eine Stadt wie Barcelona hat für jeden Geschmack etwas zu bieten, an jeder Ecke bekommt man regionale Spezialitäten die sich zu probieren lohnt. Danach sausse ich in das Xoccolat Museum, viel süßes schönes wird hier ausgestellt. Zurück zur Ramblas gehe ich einen anderen Weg um mehr zu sehen, viele leihen sich ein Fahrrad aus um schneller unterwegs zu sein.
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Ich komme am Picasso Museum vorbei und gehe natürlich rein, ich sollte auch einmal Glück haben, denn jeden ersten Samstag im Monat ist das Museum kostenlos, was aber auch ein Nachteil ist denn umso mehr Touristen laufen hier ein.
Barcelona_Dinnerscout Picasso
Hier findet man Bilder aus seiner frühen Schaffenszeit, Zeichnungen und Skizen. Es beruhigt mich das Picasso in seinen Zeichnungen die Gesichter weggelassen hat, entweder um Zeit zu sparen oder weil es eben schwer ist sie zu zeichnen. Daneben sind dann Portrais ausgestellt, die so gemalt sind wie man das als “normaler” Künstler nie malen würde, Striche, Flächen grob mit dem Pinsel aufgetragen und schräg mit Blau oder Türkis die Schatten “reingeschmiert”. Aus der Entfernung von 1m wird das Bild ein Kunstwerk mit Verläufen und weichen Flächen, das ist das gekonnte Zusammenspiel von Farbe und Material. Ob dies allerdings der Masse an Zuschauern überhaupt auffällt ist fraglich, bei einigen wird es eben doch nur der Eintrag in das Buch der Erledigungen im Urlaub bleiben “wenn wir schon da sind, müssen wir ins Picasso Museum”.
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Nicht weit vom Museum entfernt ist das P1 eine der ältesten Tapas Bar in Barcelona, gleich daneben ist eine kleine Bar an der ich mir so einiges zusammensuche, hier wird am Schluss abgerechnet wie viele Stäbchen man auf dem Teller liegen hat. Die Sossen und Auflagen erinnern mich ein bischen an das Schwarze Kameel in Wien. Schnell weiter denn die Zeit drängt, auf meinem Weg liegt die Kathedrale, rundherum sind eine Menge Msiker verteilt die für eine wahnsinnige Stimmung sorgen. Jazzige Klänge, wärme, kreative und gut gelaunte Leute. Die Stadt ist kunstvoll an jeder Ecke ist was Neues es wird gezeichnet, gebaut, musiziert und vorgetragen, einfach toll hier. Abseits der Hauptstraßen wenn man sich kurz hinsetzt und den Musikern lauscht, kommt es einem vor als würde man die Zeit anhalten. Zeitlupengefühl, Füße entspannen, zuhören und nach oben schauen, man bemerkt Figuren die schon Jahrhunderte auf die Menschen herabsehen, wenn die erzählen könnten.
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Aber kaum verlässt man die Seitengasse ist das Leben wieder voll im Gange, alles rennt keiner steht und schon wird man in die Bewegung mit aufgenommen und geht einfach mit.
Mir fällt noch auf, dass sehr viele junge Frauen und Männer mit großen Tatovierungen unterwegs sind, ob die echt sind oder Zeichnungen? Das werde ich noch rausfinden.
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Jetzt ist es 19:00 Uhr und ich habe so langsam das Gefühl ich sollte einmal ins Hotel zurück gehen um ein zu checken und mich auf das Abendessen vorzubereiten. Ich bitte das im Hotel darum sie sollen mir einen Tisch in St. Pau reservieren. Doch leider sind alle Sterne-Lokale So. und Montags geschlossen! Also entschließe ich mich in eine der 1000 Tapas Bars zu gehen und hier einen Cava und den Abend zu genießen. Gute Nacht.
Zweiter Tag.. folgt…

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