Amarone oder Ripasso?

Das Valpolicella-Gebiet umfasst fünf Täler: Sqaranto, Mezzane, Illasi, Tramigna und Alpone. Dazu kommen noch ein paar Orte nahe Verona, welche jedoch der echte Valpolicella-Trinker nicht mehr so gerne dazu zählen möchte. Die bekanntesten Orte dieser Täler sind Fumane, Marano und Negrar.

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Der Amarone ist einer der exklusivsten Weine aus dem italienischen Venetien. Und er ist es auch, der seiner Region wieder neuen Wind in die Segel bringt. Der italienische DOCG-Rotwein wird aus getrockneten Trauben der Rebsorten Corvina, Rondinella und Molinara gewonnen. Dabei handelt es sich um die trocken ausgebaute Variante des Recioto. Die namhaftesten und exklusivsten Weingüter heißen dal Forno, Quintarelli, Masi, Spada, Allegrini, Zenato, Coati und Bertani, im Biobereich ist es Fasoli. Der Name Amarone leitet sich vom italienischen Begriff „amaro“ – „bitter“ (im Abgang) ab.

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Der Ursprung des Amarone ist allerdings nicht ganz geklärt. Zunächst gab es den Recioto della Valpolicella. Im Jahre 1732 erstmals erwähnt handelte es sich bei diesem um einen Wein mit hohem Zuckergehalt, der nicht ganz durchgären durfte. Laut einer schönen Legende hat ein Kellermeister einmal ein Fass Recioto vergessen und der Wein hatte somit genügend Zeit, seinen Restzucker in Alkohol umzuwandeln und vollständig durchzugären – die Geburtsstunde des Amarone. Von 1800 bis 1935 wurden dann Weine mit ähnlichen Eigenschaften produziert, aber lange herrschte große Verwirrung darüber, wie man nun den Wein nennen sollte. „Recioto della Valpolicella Amarone“ oder nur „Amarone“?

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Erst um 1900 brachte man dann Ordnung in das Etiketten-Durcheinander, von da an hieß der Wein nun „Amarone della Valpolicella“. Einfach sind die Weine nicht zu trinken, der Recioto hat eine gewaltige Süße, der Amarone eine eher trockene Art. Sie schmecken nach Bitterschokolade, Blüten, Kräutern, schwarzen Beeren, Kirschen oder auch Dörrpflaumen. Der im Vordergrund wirkende fruchtig-liebliche Geschmack wird durch die kräftigen Tannine (Gerbstoffe) ausgeglichen. So erklärt sich die typische Eigenschaft des Amarone: Er ist süß und bitter zugleich. Durch diese Geschmacksvielfalt wurde der Amarone neben dem Brunello di Montalcino und dem Barolo zu einem der großen Rotweine Italiens.

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Wie der Amarone entsteht In dieser Region sind die Weinberge und Hügellagen so perfekt, dass die Trauben früher reifen als anderswo. Die Trauben für den Amarone werden circa zwei Wochen vor der Ernte des Valpolicella (meist im September) gelesen.

Bei dieser Lese ist es wichtig, darauf zu achten, dass nur vollkommen gesunde Trauben mit perfekter Schale geerntet werden. Behutsam werden diese auf Plateaus (luftigen Strohmatten oder Holzkisten) gelagert. Bei den Kisten ist eine hohe Luftdurchlässigkeit wichtig. So hat die hygienischere Plastikkiste immer öfter Vorrang vor den traditionellen Holzgestellen. Die Plastikkisten werden hoch gestapelt und in einem klimatisierten Raum bei 15 °C und 57 % Luftfeuchtigkeit gelagert. In diesen Räumen setzt dann der Prozess des Rosinierens ein. Dieser darf ungefähr 60 bis 100 Tage dauern. In dieser Zeit werden immer wieder schlechte Trauben entfernt, damit die gesunden nicht geschädigt werden. Bei dieser Lagerungsart verlieren die Trauben noch 30 bis 40% ihres Grundgewichts und der Zuckergehalt nimmt dabei zu. Im Winter werden die Trauben schließlich eingemaischt. Nach drei Wochen setzt somit die Gärung ein, die weitere 45 Tage in Anspruch nimmt. Es entwickelt sich ein Alkoholgehalt von bis zu 16%. Nun lässt man dem Amarone 2 bis 8 Jahre, damit er in Eichenfässern seine exklusive Qualität erreicht. Der Ripasso – eine Spielart des Amarone Der Ripasso ist ein Wein, der aus den Weinstämmen des Recioto und Amarone stammt. Von hoher Qualität, preislich jedoch günstiger als der Amarone, gewinnt er immer mehr an Popularität. Der Ripasso entsteht durch die „Wiederholung“ von Arbeitsschritten. Für seine Herstellung werden dem fertigen Valpolicella im Frühjahr die getrockneten Trester aus der Amarone-Verarbeitung abermals zugesetzt. Die konzentrierten Inhaltsstoffe wie Zucker und Hefen leiten die zweite Gärung ein, so bekommt der Wein eine tiefere Farbe und einen höheren Alkoholgehalt – der klassische „Valpolicella“ erhält die Charakterzüge eines Amarone.

Wir bedanken uns bei Claudio Farina

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