Andechser am Dom

Weinstraße 7a
80333 München
Tel.: 089/29 84 81
www.andechser-am-dom.de

Ein echter Münchner hat ja bekanntermaßen nord-italienisches Blut in den Adern, das heißt, jeder Sonnenstrahl lockt sie in die Straßenlokale.
So auch diesen Samstag, den die Wettervorhersage seit mindestens einer Woche als „Sommervorgeschmack“ angepriesen hat. Also, um diesen Tag ausgiebig zu genießen, treffen wir uns um ein Uhr mittags im Andechser am Dom, einer Goldgrube von Herrn Krätz.
Das Lokal ist voll, aber nicht überfüllt. Wir finden einen Platz, werden begrüßt, oder besser „zur Kenntnis genommen“. Nach 10 Minuten fragen wir höflich, ob wir bestellen dürfen, wir dürfen, und wählen Bratwürstl mit Sauerkraut und Fleischpflanzl mit Kartoffelsalat, die Topseller der Karten.
Wir beobachten nun das Treiben um uns herum, hektisch, nervös, gestresst…von bayrischer Gemütlichkeit keine Spur. Nur die herzliche Bussi-Begrüßung einzelner Münchner B-Vips, zeigt uns, dass wir uns in einem Szene-Lokal befinden.
Die Zeit verrint, unsere erste Nachfragen, wann denn unserer Essen käme, wird kurz und bündig mit „das kann dauern, wir haben einen Bonstau“ beantwortet. „Und wie lange?“ „Keine Ahnung, ich gehe nicht mehr in die Küche, da werde ich nur vom Personal angeschrieen, gehen Sie halt selber in die Küche und fragen…“ mault die total überforderte Kellnerin. Nach weiteren 20 Minuten, erlauben wir uns nochmals nachzufragen, wie mittlerweile mehrere verärgerte Gäste des Lokals auch. Die Antwort lautete nun: „Beschweren Sie sich beim Chef, der ordnete heute an 10 zusätzliche Tische in den Garten zu stellen, ohne das Personal zu erhöhen.“ Der Chef, Herr Sepp Krätz, ist inzwischen höchstpersönlich am Krisenschauplatz erschienen, weist barsch sein Personal zurecht und herrscht durch das Lokal.
Die Kellnerinnen versuchen nun eingeschüchtert bei den Gästen um Verständnis zu bitten.
Wir erhalten nach geschlagenen eineinhalb Stunden unser Essen, incl. einem Espresso vom Haus. Ohne rechten Appetit essen wir, zahlen und gehen.
Schade, dass die Promi-Wirte nie genug bekommen können, die Tischanzahl im Garten zu erhöhen, das erforderliche Personal dazu aber nicht.
Leider führte das zu einem absoluten Chaos, verärgerten Gästen und total überfordertem Personal.
Nächsten Samstag, holen wir uns mittags ein Würstchen im Stehen, und kaufen uns auf dem Viktualienmarkt frischen Spargel und bereiten ihn dann gemütlich selbst zu…
(VS)

One thought on “Andechser am Dom

  1. 29. April 2008 at 22:38

    Liebe V. Das ist natürlich sehr ärgerlich, ich wär wohl auch ausgeflippt. Wenns ohne diesen Stress abläuft, und das tuts in der Regel, ist das Andechser doch eines meiner Lieblingsadressen in der City. Am liebsten dann ein frisch gezapftes Helles im Steh-Aussen-Bereich dazu Kalbsfleischplanzerl, die sind in München nicht zu toppen… Wenn dann noch der FCB spielt, ist die Stimmung dort fast besser als in der Arena!

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