Bad Schörgau, Sarntal, Gregor Wenter, Egon Heiss

Das Sarntal ist eines der weniger bekannten Ecken Südtirols. Viele kleine Kurven und enge Straßen führen von Bozen zum Penser Joch auf 2.211m Höhe. Ungefähr auf halber Höhe des Tales liegt das Hotel Bad Schörgau, in dem nicht nur ein bekannter Koch wirkt, sondern gleich zwei. Gregor Wenter und sein Schwager Egon Heiss, beide junge, aufstrebende, kreative Köche, die hier für das leibliche Wohl sorgen.

Gregor Wenter, der sein Koch-Handwerk mit Auszeichnungen bewiesen hat,ist jetzt bei den Gästen und berät, was es Köstliches gibt. Alle zwei Wochen steht er selbst am Herd, da ist er im im TV beim italienischen “Kochduell” zu sehen. Er kennt die Küche, die Genüsse und weiß genau um die Vorlieben seine Gäste.

Egon Heiss, weit gereist, der seine Kochkunst unter anderem bei Anton Mosimann und Gordon Ramsay in London perfektionierte, den aber die Liebe wieder zurück ins Sarntal brachte, hat gleich für zwei Kochkonzepte zu sorgen. Er ist tagsüber in der Küche für das so genannte “Wirtshaus” im Hotel zuständig, und am Abend für das Sternelokal mit zwei Stuben. „Mit einem jungen Team ist das ein Leichtes“, meint er, er ist ja selber noch einer von den jungen Köchen.

Nicht nur wegen dieser beiden Charakterköpfe lohnt es sich, ins Sarntal zu kommen, nein, auch wegen der Gastlichkeit, die man dort erfährt. Es ist die Atmosphäre, die man erlebt: Mutter, Tochter mit Kind im Bauchtuch, Bruder und Schwager – alle ziehen an einem Strang. Sterne-Gastronomie auf familiärer Ebene!

Die Kraftsuppe in der Tasse, als Gruß aus der Küche serviert, mit drei hausgemachten Brotsorten: Roggenvollkornbrot, Buttersemmel und Zwiebel-Speckbrot, dazu noch Grissini und Südtiroler Bio-Butter, und mit einem frischen Traminer zum Auftakt.

Rindertatar mit Spargel und paniertem Eigelb, dies auf den Spargelspitzen aufgesetzt.

Die genaue Bezeichnung auf Deutsch müsste ich noch einmal erfragen. Rübli . . . mit … und . . . auf . . . in . . . . Es ging einfach zu schnell, um mir den exakten Namen der Speise zu merken, aber es war auf jeden Fall ein Genuss . . . “(Boxilemehl Schlutzer mit Aplkäsefonduta und Sellerie Knollen)”

Geschmorte Schulter vom Milchlamm mit Ravioli und Selleriepüree

Und noch ein Muss: Auch wenn man denkt, es geht nichts mehr, dann schafft man immer noch den Kaiser . . . aller Schmarren. Dieser war so köstlich, dass man ihn eigentlich kaum beschreiben kann: Gelb wie Safran, flockig wie Salzburger Nockerl und – was ich noch nie in dieser Form hatte – mit einer ganz leicht kandierten Schicht Zucker darüber. Dazu noch drei Gläschen mit Apfel, Preiselbeere und Eis . . .

Dabei war ich “nur” im Gast- oder Wirtshaus, aber was für ein Erlebnis. Die Empfehlung stimmte.Als Familienbetrieb sind Sie unschlagbar und ich gebe noch eins drauf, als Gastgeber auch. Vielen Dank. Ich werdeauch die Gourmetküche bald besuchen und dabei die Sarntaler Latschen probieren, die man ja eher im Badezusatz als in der Küche vermutet. Denn auch für sein Latschen-Pesto ist Gregor Wenter bekannt . . .

Beglückt und gestärkt durch dieses Festmahl, fuhr ich dann in Richtung Penser Joch auf 2.211 m hoch – und wäre beinahe im Schneesturm stecken geblieben.

Aber auch im Sommer ist die Strecke mit Motorrad oder Sportwagen super spannend, und ich denke, über Sterzing erreicht man in gut zwei Stunden wieder München.  TN

ADRESSE

Hotel Bad Schörgau
Familie Wenter
I-39058 Sarntal, Südtirol – Italien
Tel. 0039 0471 623048
www.bad-schoergau.com
E-Mail: info(at)bad-schoergau.com,

2 thoughts on “Bad Schörgau, Sarntal, Gregor Wenter, Egon Heiss

  1. 19. Mai 2011 at 22:38

    Super gschicht, lgh aus dem Sarntal

  2. 25. Mai 2011 at 22:38

    Kann ich nur bestätigen, toller Bericht und Super Wirtshaus :)

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