Borchardt (Berlin)

Französische Str. 47
10117 Berlin
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Ein Samstag in Berlin… Wenn man nicht das erste Mal in Berlin ist, kann man so einen Tag recht relaxed angehen. Kein Zwang die touristischen Highlights abzuklappern, keine Museen, keine Bootsfahrt auf der Spree. Einfach nur schlendern… aber wo beginnen? So gönne ich mir gegen 11h einen Cappucino im Hotel Adlon am Brandenburger Tor für sage und schreibe 7 Euro. Übrigens genauso viel wie ich 3 Stunden später für einen Teller Pasta plus ein Pils im Schwarzen Raben bei den Hackeschen Höfen ausgeben sollte… Aber so ist Berlin. Eine im Grunde genommen recht preisgünstige Stadt, mit ein paar extravaganten Ausnahmen allerdings. Und wenn man als Münchner in Berlin ist und eine solche Ausnahme sucht, dann muss man abends natürlich ins Borchardt.

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Toll gelegen, gleich in der Nähe des Gendarmenmarkt ist hier der Szene-Treff der Berliner Society. Eine Mischung aus Brenner und Käfers. Als wir kurz nach halb acht unseren reservierten (wichtig!) Tisch eingenommen hatten, wars noch recht beschaulich. Sogar zwischen Raucher und Nichtraucher konnten wir noch wählen. Da die Nichtraucherplätze aber am Fenster etwas gedrängt stehen und eher wohl die Touriplätze sind, entschieden wir uns für das nicht wirklich räumlich getrennte Raucher”abteil” in der Hoffung nicht als Räucherstäbchen das Restaurant später verlassen zu müssen. Hier sitzt man auch gleich mittendrin, z.T. auf gepolsterten Bänken und in hüfthoch abgetrennten Nischen. Apropos Nische, ein Tisch ragt besonders heraus bzw. herein, befindet er sich doch zu einem Drittel in einer runden Ausbuchtung, der Bar gleich gegenüber liegend. Dies, steckte mir ein Stammgast, sei der Stammtisch von Bernd Eichinger , der – wenn in Berlin weilend – hier wohl sein zweites Wohnzimmer hat. Von Promis allerdings heute keine Spur, jedenfalls keinen den ich kannte. Nur ein HON von Lufthansa, den meine Frau gleich vom Vortagsflug wiedererkannte. Aber nun zum (fast) Unwesentlichem, dem Essen. Und das überraschte mich dann doch positiv. Ein Highlight sei erwähnt, das wohl schon legendäre Wiener Schnitzel. Aber da ich gerade aus Wien kam, hatte ich nicht wirklich Lust innerhalb von 2 Tagen dasselbe zu essen. Der Service, lässig, nett und ziemlich beschäftigt, hatte schon mitbekommen, dass wir recht hungrig waren. Als Vorspeise stand eine Creme brulée von der Gänseleber (EUR 16) und eine große Handvoll rosa Crevetten (EUR 11) auf der Karte und recht fix dann auch auf unserem Tisch.

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Ein phantastischer Mix aus süsser Kruste und cremiger Gänseleber. Das hab ich so noch nicht gegessen, klasse! Bei der Hauptspeise waren wir uns einig, Tournedos vom Milchkalb mit Morcheln und in Trüffelöl gewendete Spaghetti mussten es sein. Spitze!

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Wie bestellt kam’s für die Lady medium/well done und für mich medium/rare. Preislich mit EUR 28 für Berlin wohl recht happig, für München ok. Da die Zeit schon drängte, mussten wir die Nachspeise sausen lassen – die Show im Belle-et-fou am Potsdamer Platz wartete schon. Alles in allem, wer ein bischen trendy unterwegs sein will, für den ist das Borchardt ein Muss. Zwischenzeitlich war die Warteschleife an der Bar schon so dicht, dass die Wiederbesetzung der Tische zu einer logistischen Herausforderung für das Personal wurde. Aber klasse, dass hier nicht verfahren wird wie in anderen Metropolen. Hier kommt die Rechnung, wenn der Gast das will. So kommen wir doch gerne wieder…

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One thought on “Borchardt (Berlin)

  1. Frank
    22. März 2007 at 22:38

    Was ein HON ist? Das sind Menschen, die Ihren Zweitwohnsitz (fast schon Erstwohnsitz) bei Lufthansa in der Business- bzw. First Class haben. Also noch mehr als Senator, was die natürlich ärgert ;-) So dürfen HON Circle Members direkt an ein spezielles Gate und werden von dort sofort mit nur auf dem Flughafengelände zugelassenen Luxuslimousinen zu ihren Fliegern gefahren. Nix mehr mit warten etc. Und bei der Landung das gleiche Retour. Eigentlich lässig, aber bis man den Status erreich hat ist nix mit lässig … 300.000 Meilen pro Kalenderjahr (und das 2 mal hintereinander !!)

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