Das A und O Arabiens – Abu Dhabi & Oman

Kennen Sie das Märchen von einem fernen Land, in dem sich die verrücktesten Häuser bis hoch in den Himmel schlängeln, sich karge Wüsten in satte Mangrovenwälder verwandeln, Inseln des Glücks aus dem Nichts auftauchen und die Gäste in Palästen nächtigen… einem Ort, an dem Autos so schnell fahren, als würden sie fliegen und Hotels bald mehr Sterne haben als das Firmament? Kennen Sie Abu Dhabi?

Aus Sand wird Design

Heute kaum verstellbar, aber die Hauptstadt des gleichnamigen Emirats und der Vereinigten Arabischen Emirate fristete bis in die 1960er Jahre ein eher schlichtes Dasein als kleine Inselstadt aus einfachen Bauten, zum Teil sogar noch ohne Elektrizität und Kanalisation. Mit dem Beginn der Erdöl-Förderung wurde Abu Dhabi ab den 1970er Jahren in Höchstgeschwindigkeit zu einer modernen Metropole ausgebaut und die entsprechend damaligem Masterplan vergesehene Einwohnerzahl von 600.000 war schon knapp zwanzig Jahren später erreicht. Nun weicht man – wie auch Nachbar Dubai, mit dem man sich, gerade was die architektonischen Leistungen angehen, in ständigem Wettstreit befindet – auf künstliche Inseln und das Küstenvorland aus. Abu Dhabi (übersetzt »Vater der Gazelle«) hat mittlerweile einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Und wenn oder gerade weil diese doch eher jüngeren Datums sind – so machen deren imposante Ausmaße und bautechnische Rafinessen den fehlenden geschichtlichen Hintergrund wieder wett. So gilt zum Beispiel das Emirates Palace als das größte Hotel (und als „Palast“ natürlich als eines der luxuriösesten) der Erde und ist schärfster Konkurrent des ebenfalls weltbekannten Burj Al Arab in Dubai. Ebenfalls Rekordverdächtig ist die garantiert nicht nur für Rennsportfans sehenswerte Formel-1-Strecke mitsamt Infrastrukur auf der vorgelagerten Insel Yas Island (10 Minuten von der Stadtmitte Abu Dhabis entfernt), entworfen von Designer Herrmann Tilke. Die Rennstrecke selbst ist 5,6 km lang und es sind Höchstgeschwindigkeiten von bis zu ca. 320 km/h möglich. Einem völlig anderen Zweck dient folgendes Bauwunder, an dessen Beispiel wunderbar klar wird, dass in diesem Emirat (Architekten-)Träume wahr werden.

Ferrari World (Architektur: Benoy, England) ist sogar vom All aus zu sehen

Moschee deluxe

Die Scheich Zayed Moschee in Abu Dhabi ist ein Gotteshaus der anderen Dimension. Schwer in Zahlen zu fassen, man muss diese gigantische Anlage „erleben“, aber ich versuche es mal so: Als eine der 3 größten Moscheen weltweit, bietet sie Platz für 40.960 Muslime. Im Innenbereich befindet sich der größte handgeknüpfte Teppich der Welt, der von 1200 Iranerinnen in einem Stück hergestellt wurde und dessen 47 Tonnen Gewicht ein echtes Transportproblem darstellten. So wurde er schließlich doch in 9 Teile zerlegt und an seinem Zielort wieder zusammengefügt. Dagegen ist der 9,5 Tonnen schwere Swarovsky-Kristall-besetzte Leuchter aus Deutschland ein Fliegengewicht, aber auch er hält mit 10 Metern Durchmesser und 15 Metern Höhe den Rekord als größter seiner Gattung. Im Außenbereich stehen über 1000 Marmorsäulen, die mit Blumenmosaiken aus Perlmutt, Karneol, Amethyst, Lapis Lazuli und anderen Halbedelsteinen übersäht sind. Und es ragen 4 Minatette mit einer stolzen Höhe von 107 Metern in die Luft, wobei der Nordturm eine Bibliothek beinhaltet, was auf der ganzen Welt einmalig ist. Aus aller Herren Länder wurden die edelsten Materialien (allein 28 verschiedene Arten von Marmor wurden zum Bau verwendet) und die besten Fachleute geordert, um mit der Scheich Zayed Moschee eine atemberaubende Gebetsstätte entstehen zu lassen, die „die Welt in sich vereint“. www.szgme.ae

 Scheich ZayedMoschee, Abu Dhabi

Oman – Die gelebte Legende

Einen schönen Kontrast zu Abu Dhabi findet man im Sultanat Oman, das auf eine ganz andere Weise etwas märchenhaftes besitzt. Seine Geschichten sind die von Sindbad dem Seefahrer, den Heiligen Drei Königen, der Weihrauchstraße und den Märchen aus 1001 Nacht. Über den heutigen Oman weiß man meist nicht viel. Er bewahrt sich etwas geheimnisvolles – und genau das macht ihn so reizvoll. Sehr auf Ursprünglichkeit bedacht, sind hier die Spuren der Jahrtausende alten Seehandelstradition immer noch allgegenwärtig, auch in der Hauptstadt Muscat. Zwischen schwarzen Felsen gelegen, empfängt sie uns mit zwei schützenden Forts, dem prächtigen Sultanspalast und salzweißen Häusern. (Im Gegensatz zu Abu Dhabi darf hier übrigens kein höheres Gebäude mehr gebaut werden, als die schon bestehenden.)

Muscat gilt nach Singapur als die zweitsauberste Stadt der Welt

Als 1970 Sultan Quabus in den Sultanspalast Einzug hielt, begann die behutsame Modernisierung des Landes und Muscats Entwicklung zur dynamischen Großstadt

Der Souk im Stadtteil Mutrah gilt als der älteste Markt des Sultanats und offenbart in einem Labyrinth aus Gassen sein in weihrauch-sandelholz-schwangere Luft gehülltes Sortiment. Eine funkelnde, bunte Vielfalt, vorwiegend bestehend aus Schmuck, Gewürzen, edlen Stoffen, Kleidung, Schuhen und Handwerkskunst aller Art – hier steppt sozusagen der orientalische Bär. Geschäftiges Treiben kann man auch frühmorgens auf dem Fisch- und Gemüsemarkt beobachten. (Diese Uhrzeit wird aus geruchstechnischen Gründen wärmstens von mir empfohlen.) Hier wird von Krabbe bis Hai alles feilgeboten, was die Boote so hergeben – eine beeindruckende Auswahl. Dieser Fischmarkt war es auch, auf dem mir mein erster omanischer Kaffee angeboten wurde. Klingt vielleicht nicht sehr spannend, aber ist es, denn „omanisch Trinken“ will gelernt sein.

Arabische Mode in Muscats Mutrah Souk

Ein »Kahwa« kommt selten allein

Kahwa, der Omanische Kaffee ist schwarz, mit Kardamom, Rosenwasser und Safran gewürzt und eher bitter. Deshalb werden gerne süße Datteln dazu gereicht. In kleine Becher
(Finjan genannt) gefüllt, wird er fast ausschließlich in Gesellschaft getrunken, denn Kaffee servieren dient als Zeichen der Gastfreundschaft, hat Tradition und seine ganz eigenen Regeln: Der Becher wird zum Beispiel mit der rechten Hand überreicht. Wer nicht gegen die Etikette verstoßen will, sollte ihn am Ende auch mit dieser wieder zurückgeben. Hält man ihn dem Gastgeber allerdings leererweise sofort wieder hin, wird automatisch so lange nachgeschenkt, bis man mit dem Becher wackelt. Das bedeutet dann, man hat genug. Den Kaffee gänzlich abzuweisen gilt als unhöflich.

»Dishdasha« – Schon mal gehört?

Dishdasha (oder auch Kandora) ist den Name des traditionellen arabischen Männergewandes, welches vorwiegend in den Emiraten und im Oman getragen wird. Ein A-förmiges, hemdartiges Kleid ohne Kragen und Brusttasche, dafür mit einer parfümierten Quaste, die an der mehr oder weniger verzierten Knopfleiste baumelt – vorwiegend weiß oder pastellfarben. Darunter trägt man traditionell einen Wickelrock, der mittlerweile auch mal einer Short zum Opfer fällt. Oben ohne geht „Mann“ auch nicht aus dem Haus. Aber es bieten sich ebenfalls – zumindest im Oman – mehrere Möglichkeiten. Einmal gibt es da den Kumma, eine runde, mit Stickereien verzierte Stoffkappe (links im Bild), und dann gibt es noch den Musar, ein gemustertes quadratisches Tuch, das zuerst zum Dreieck gefaltet und danach in bestimmter Manier um den Kopf gewickelt wird, um schließlich im Nacken festgesteckt zu werden (rechts im Bild). In den Emiraten bevorzugt man ein weißes Kopftuch (Ghutra), das mit einem schwarzen Band (Agal) getragen wird.


1001 Luxusnacht – Die Shangri-La Hotels and Resorts
  

Unser Hoteltipp für die Emirate heißt Shangri-La Hotels and Resorts. Und dem Namen „Paradies“ ist eigentlich auch nichts mehr hinzuzufügen. Die führende asiatische Luxushotelgruppe hat sowohl mit dem Quarat al Beri in Abu Dhabi als auch dem Barr Al Jissah Resort & Spa im Sultanat Oman zwei magische Orte geschaffen, die sich kein Märchenerzähler hätte schöner ausdenken können. „Dein Wunsch sei mir Befehl“ könnte hier das Motto lauten, sei es in den Spitzenrestaurants und luxuriösen Bars, im verzaubernden Spa-Bereich, am schönen Sandstrand oder im Hotel selbst. Von diesen zwei High-Class-Oasen wird man auch nach dem Urlaub noch mindestens 1001 Nacht lang träumen. www.shangri-la.com

Shangri-La Hotel Quaryat al Beri, Abu Dhabi
Between the Bridges PO Box 128881
Abu Dhabi, United Arab Emirates
Tel: (971 2) 509 8888   Fax: (971 2) 558 5999
E-Mail: slad@shangri-la.com
www.shangri-la.com

Shangri-La´s Barr Al Jissah Resort & Spa, Sultanate of Oman
PO Box 644, Muscat 100, Sultanate of Oman
Tel: (968) 2477 6666   Fax: (968) 2477 6677
E-Mail: slmu@shangri-la.com
www.shangri-la.com

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