*** Drei Sterne Genuss entlang der Donau

IL GIARDINO
COLUMBIA HOTELS & RESORTS
Passauer Straße 39a
94086 Bad Griesbach
Tel.: 08532-3090

Il Giardino, das bekannte Gourmetrestaurant in Bad Griesbach, hatte am vergangenen Sonntag zur “*** 3-Sterne-Küchenparty” gebeten: Aber weißt Du wieviel Sternlein stehen?  Im “Guide Michelin 2012“ war zwischenzeitlich ein weiterer Stern am Aufgehen, so dass es eigentlich schon eine “**** 4-Sterne-Küchenparty” war. Erich Schwingshackl bekam am Montag nach der “Küchenparty” seinen verdienten zweiten Stern.

Um 17 Uhr “Einzug der (ca. 45) Gäste”: die Herren im feinen Anzug, die Damen im Abendkleid. Christian Dachs-Stoffel, Hoteldirektor des COLUMBIA Hotels Bad Griesbach, bei seiner herzlichen Begrüßung: “Heute darf und sollte sogar jeder in die Küche gehen, und den Köchen über die Schulter schauen. Die Köche Denis Feix, Erich Schwingshackl und Anton Schmaus stehen für jede Frage zur Verfügung.

Der österreichische Winzer Nigl wird uns einige seiner Weine vorstellen, und die Deutsche See bereitet Ihnen Austern vor. Frau Kathrin Feix versorgt Sie mit Wein und genügend Wissen über Wein und Reben.” Damit hob er sein Glas auf Sponsoren, Teams, und natürlich auf die anwesenden Gäste – und die Gourmetparty konnte beginnen.

Zur Einstimmung wurden kleine Grüße aus der Küche serviert, diverse Amuse-Gueules vom Feinsten. Wer wollte, konnte ein Glas Laurent-Perrier dazu trinken, oder gleich mit einem Riesling einsteigen. Neugierig tummelten sich die ersten Gäste vor der Küche, trauten sich erst nach einer einladenden Aufforderung hinein.

Dort hieß es Vollgas geben! Denis Feix, Erich Schwingshackl, Anton Schmaus und ihre Teams bereiten die Teller vor: Gänsestopfleber mit Quitten und Brioche von Erich Schwingshackl, “Schwingshackl Esskultur“, Ente, dazu Gelbe-Paprika-Eis, und Pak Choi von Denis Feix, “Il Giardino“, begleitet von dem der Sommelière Kathrin Feix empfohlenen 2010 Grüner Veltliner “Alte Reben”, vom Weingut Nigl aus dem österreichischen Kremstal.

Nicht nur die fachmännischen Handgriffe der Köchen machten jedes der anspruchsvoll akzentuierten Gerichte edel und nicht eben alltäglich. Die Fragen an die Köche waren qualifiziert, und es war unverkennbar, dass es sich bei den Gästen nicht um gastronomische Laien handelte. Einige von ihnen kamen aus der näheren Umgebung, und hatten schon des öfteren bei einem der Sterneköche gespeist, während andere Teilnehmer extra aus der Schweiz zu diesem “Gipfeltreffen” anreisten, um sich mit den 3 Spitzenköchen auszutauschen. Ganz sicher wird der eine oder andere Expertentipp seinen Eingang in die heimischen Küchen finden.

Ohne sich eine Pause zu gönnen, bereiteten die Köche die Speisen zu, routiniert und gekonnt, immer ein freundliches Wort, wenn sich die Gäste die fertig dekorierten Teller vom Pass abholen. Manche vergaßen darauf, vollkommen hin und weg von den gezeigten Kochkünsten, Besteck mitzunehmen. Als sie dann am Tisch,  bei dezenter Hintergrundmusik der Live-Jazz-Musiker, den Wein im frischen Glase, die erste Gabel voller Vorfreude zum Munde führten, stellte sich nach dem ersten Bissen ein hochzufriedenes Lächeln ein, gefolgt von Ausrufen des echten Entzückens.

Wie süchtig auf noch mehr Küchenwissenschaft und neuen Genüssen zog es uns immer wieder in die Küche. Jedes Mal erwartete uns eine andere Köstlichkeit: Jakobsmuscheln “Ceviche”, mit Finger-Limes, Topinambur, Jackfrucht und Lotuswurzel – zubereitet von Anton Schmaus und Team vom Historischen Eck in Regensburg – ließen bei den Gästen die Überlegungen nach Bezugsquellen von Lotuswurzeln für den Hausgebrauch aufkommen.

Anton Schmaus, der jüngste Sternekoch Deutschlands, mit seiner vollkommen entspannten Art zu Kochen, stand seinen beiden Kollegen in nichts nach. Die Jakobsmuschel war schön glasig, die Topinamburwurzel mit dem leicht dumpf-rauchigem Geschmack, durch wunderbar leicht zitronige Finger-Limes aufgelockert – ein wahrer Gaumenschmaus.

Der Fischgang, bestehend aus Eismeerlachsforelle mit Saiblingskaviar, Gurke und Meerrettich, war die ambitionierte Kreation von Erich Schwingshackel.

Denis Feix zauberte eine besondere Risotto-Variation aus Muskat und ein spektakuläres Kürbisgericht, wie ich noch keines gegessen habe. Zusammen mit dem zarten Braten vom “Poltinger Lamm” aus der Region, prägte sich dieser Gang in das kulinarische Gedächtnis des Abends ein.

Auch beim Dessert zeigte sich das hohe Niveau der Spitzenköche mit einer modernen Version der “Birne Helene”, an der auch Auguste Escoffier sein wahres Vergnügen gehabt hätte: Zucker in der Pfanne karamellisiert, mit reichlich Butter, Kardamom und Ingwereis und warmer Birne vereint. Kein Wunder, dass hier so mancher Gourmet leicht zum Gourmand tendierte.

Den klassischen Abschluss der Menüfolge bildete eine reichliche Käseauswahl, die für nicht wenige der Gäste den Auftakt bildetet, den Abend bei angeregtem Gespräch, mit Wein von Martin Nigl aus dem Kremstal, noch bis spät in die Nacht zu verlängern.

Dieser Abend kann ohne Übertreibung zu den gastronomischen Sternstunden gezählt werden. Wir haben jeden einzelnen Stern genossen. Danke!

Kommentar verfassen