G-Munich (G*) / ist seit 2008 Shanes Restaurant

Geyerstraße 52 (im Hotel Elisabeth)
80469 München
TEL: +49 89 74 74 79 99
FAX: +49 89 74 74 79 29
www.g-munich.de

Zwar hat das Restaurant weder Haube noch Stern, aber den hat sich Holger Stromberg bereits 1999 im jungen Alter von 34 erkocht und so trägt er diesen dann auch brav in seinem Logo STROMBERG*. Einmal Sternekoch immer Sternekoch? So einfach ist das nicht… auch sein Restaurant G-Munich hat den Stern im Logo. Somit ist die Erwartungshaltung sehr groß. Zudem kocht der Mitbegründer der “Jungen Wilden” seit August 2007 für die Deutsche Fussballnationalmannschaft und ist das ein oder andere Mal im TV präsent (derzeit in “Das Fast-Food Duell” auf Kabel1). Bei soviel medialer Präsenz und Aktivität muss die Küchenbrigade auf allen Posten bestens besetzt sein – um im Sinne des Erfinders, Qualität und Kreativität auch im eigenen Restaurant an den Tisch zu bringen. Wir waren also gespannt.

Seit September hat Giovanni das Zepter für den Restaurant Bereich als “Chef de Rang” inne. Seine gestalterischen Ideen hat er schon zum Teil umgesetzt. Das bis dahin recht sterile Ambiente erhält durch einen großen einsehbaren Weinschrank sowie einem großen Regal im vorderen Bereich des Restaurants ein wenig mehr Charme. Die Dinge im Regal vermarkten die Marke Stromberg. Von Salzen, Ölen, Gewürzen, Küchenwerkzeugen bis hin zu den wirklich witzigen Kerzen, die im Restaurant zu schweben scheinen, kann man sich das G-Flair gleich mit nach Hause nehmen. Merchandising pur, die obligatorische Kochschule in Haidhausen rundet das Angebot ab.

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Nun zum Restaurant selbst: der praktische Parkservice nimmt einem schon den ersten “Parkplatzsuch-Stress” ab. Der Aperitif empfiehlt sich in der lässigen Lounge direkt am Eingang einzunehmen. Hier trennt einen nur ein riesiges Aquarium vom Restaurantbereich, in dem wir anschließend in schweren cremefarbenen Ledersesseln Platz nehmen. Das Licht ist abgedunkelt. Einige Spots an der Decke, aber die Highlights setzen die über jedem Tisch schwebenden Kerzen.

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Eingedeckt ist bereits ein Kranz von jeweils 3 Olivenölen, Fleur de Sel und Himalaya-Salz und in Papiertüten servierten Brioches, kleinen indischen Nan und Traubenkernbrot. Mit kleinen Pinzetten träufelt man die Öl-Tropfen darauf und empfindet eine leichte Vorfreude auf mehr…

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Wir wählen schonmal einen Weißwein, die Wahl fällt leicht: einer meiner Lieblinge findet sich auf der Karte: Sauvignon Blanc, Kranachberg 2006, Südsteiermark vom Sattlerhof (EUR 69,- klingen viel, kostet aber schon im Laden über EUR 30,-). Ein toller Wein mit würzigem Duft nach Früchten und Beeren, charaktervoll und elegant.

Als Gruss des Hauses gibt es ein blanchiertes Saiblingsfilet. Ein 4-Gang Menü für EUR 69,- sowie ein 7-Gang Menü für EUR 98,- stehen zur Auswahl. Aber der Chef de Rang ist flexibel, kann auch die Gänge mit denen aus der Karte tauschen. So starten wir mit Variationen der Gänseleber mit Quinoakrokant und Passionsfruchtcoulis bzw. Sashimi von Thunfisch und schottischem Lachs im Noriblatt mit Arganöl-Safran-Espuma. Die Gänselebervarianten sind vielseitig und sehr schmackhaft, die gebratene Version hätte ich mir warm bzw. lauwarm gewünscht. So kommt irgendwie der Eindruck von gekühlter Vorbereitung rüber.

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Als Zwischengang gibt’s Kaninchenrücken mit sautierten Endivien und Süßholzjus (gibt’s auch in Lakritz) und wir freuen uns immer mehr auf mehr…

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Der Hauptgang: Geschmorte Backe und Rücken im Knuspermantel vom iberischen Schwein mit Pimentokraut. G_HolgerStromberg_1.jpg

Die Desserts: Mille feuille von der Banane und Kakaokrokant mit Creolischer Sauce, die leider nur punktuell zu finden war und daher ein wenig unterging. Die gratinierten Thai Mango mit Schokoladen-Pernodsorbet, phantastisch – nur das Sorbet war schon einen Tick zu lange aus dem Kühlschrank.

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Insgesamt ein abwechslungsreiches Erlebnis mit sehr aufmerksamen Service. Sternepreise für Sternepotential? Wir werden sehen…

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