Zitronengärten am Gardasee

Entlang der westlichen Gardaseestraße werden sie kahle Pfähle finden. Sie ragen kerzengerade in den Himmel und an oberster Stelle liegen Querbalken. Man denkt zunächst es ist ein abgebranntes Gebäude oder ein baufälliger Schuppen aber weit gefehlt. Diese Kunstruktionen sind traditionelle Zitronengärten deren Geschichte bis ins 13. Jh. zurück reicht. Seit dieser Zeit wird am Gardasee dieses architektonische Gebilde gepflegt und gehegt, sie stehen unter Denkmalschutz und sind die Zeugen der Vergangenen Jahre in und um Limone.

Die Gewächshäuser schützten die Zitronenbäumchen vom hinteren Bereich durch die Mauern und im vorderen Bereich wurden sie mit Holzbrettern abgedeckt, die von Frühling bis Herbst gänzlich entfernt wurden. Ursprünglich brachten die Mönche des Klosters des Heiligen Franziskus in Gargnano die ersten Zitrusfrüchte hier her. Einige Zitronenbäumchen werden tatsächlich noch Gardasee angebaut und aufgepeppelt aber leider sind es nur noch sehr wenige Betriebe die dies aktiv betreiben. Heute sind die Zitronen aus Sizilien billiger und es würde sich nicht rentieren die mühsame Arbeit am Gardasee weiter zu führen. Zudem kam im noch eine Gummose (Krankheit) dazu, die zudem die Zitrusfruchtzucht am Gardasee stark reduzierte.

“Giardini di limoni” (Zitronengärten) nannte man die Anbauten, jetzt heißen sie nur noch “Limonaie” (Zitronengewächshäuser). Ein Gewächshaus “Limonaia del Castél” in Limone sul Garda ist immer noch täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, eine weitere in Tignale in der Ortschaft Prá de la Fam. Auf der gegenüberliegenden Gardasee Seite findet man in Torri del Benaco auch noch einen Zitronengarten.

In Gargnano gibt es noch einen ambitionierten Gärtner, Herrn Giuseppe Gandossi der hin und wieder leidenschaftliche Führungen macht. Seine Telefonnummer lautet Tel.: 0365 71449.

Der Name, Ursprung des Ortes Limone kommt allerdings nicht durch die Zitronen!

Natürlich verkauft es sich einfacher, aber der Name wird vom lateinischen limes (Grenze) abgeleitet, denn Limone war die Trennung zwischen Österreich und Italien. Heute ist es nur noch die Grenzlinie zwischen Trentino und der Lomberdei.

Eine sehr sommerliche Nachspeise fällt mir hierzu noch ein, allerdings sind es kandierte Amalfi Zitronen von Christian Jürgens aus dem Restaurant Übersee. Christian Jürgens (Hotel Restaurant Überfahrt, Rottach-Egern), “Koch des Jahres 2008″ Feinschmecker mit einer ”Zitrone Edition 2008″. Eine Amalfi Zitrone, die im Ganzen kandiert wird und mit Zitroneneis gefüllt wird. Sie kann im ganzen gegessen werden, ein süß-saurer Abschluss. TN

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