Hausmesse im FrischeParadies Niederreuther GmbH

Am Donnerstag hieß es wieder einmal auf zum Niederreuther in das Gelände des Schlachthof München. Diesmal aber nicht um all die Delikatessen und Weine zu erhaschen, die man sonst kaum findet, sondern um die Hausmesse zu besuchen. Bei strahlend blauem Himmel war die Stimmung im FrischeParadies herrlich. Wie es nicht anders zu erwarten war, fanden wir diverse Möglichkeiten absolute Spitzenqualität zu verkosten. Zu Beginn buchten wir eine Weindegustationsreise durch Deutschland und die angrenzenden Länder. Den Anfang machte das fränkische Weingut Schloss Sommerhausen. Ausgezeichnet beraten von Frau Steinmann-Werth wurden wir positiv von ausgewogenen, milden, trockenen Weißweinen überrascht. Ein fränkisches Weingut(VDP), das so ausgeglichene Weiße auch in der Boxbeutelflasche präsentiert, war ein gelungener Einstieg, der Lust auf mehr machte.

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So wanderten wir vom Frankenland hinüber in die Toskana. Das Weingut Michele Satta präsentierte zwei rote und vier weisse, sonnengereifte Weine in einer Preislage um die 10 Euro. Der noch recht junge 2006er hatte eine sehr eigene Note, welche in dieser Preislage nicht nochmal zu finden war. Herr “Dott.” Fabio Motta hatte extra die Weinlese unterbrochen um bei Niederreuther einmal auf seinen wirklich edlen Tropfen aus der Toskana aufmerksam zu machen. Man schmeckt förmlich die Muße, die eine Herstellung dieses Weines ermöglichte. Man sollte sich wirklich einmal einen Abend lang Zeit nehmen um zu ergründen, welche Noten einen in diesem Wein so verzaubern und ihn so stark zu allem dort präsentierten abgrenzen. Gerne hätten wir uns noch länger in der Toskana aufgehalten und über Weinherstellung und Verkostung philosophiert aber auch das Weingut VIGNALTA – ebenfalls aus Italien – lud ja ebenfalls zur Degustation ein. An dieser Stelle sei Herrn Giovanni Bressanin ganz herzlich gedankt für seinen GEMOLA (70% Cabernet / 30% Cabernet franc), ein wirklicher Spitzenwein, der wohl in einigen Jahren nur noch absoluten Gourmets vorbehalten sein wird. Einen Wein dieser Güte auszuspucken wäre eine Sünde!!! Wir verweilten noch in Italien, dass mit einen dritten Weingut BAVA aus dem Piemont nochmals Weine zu erschwinglichen Preisen repräsentierte. Der CADODO 2006 fiel durch seine Leichtigkeit auf. Ein sehr softer ebenfalls trockener Roter, der jetzt ohne weiteres getrunken werden kann, und für Weinliebhaber sowie Weintrinker gleichermassen interresant sein dürfte. Im Gegensatz zur Milde des CADODO kredenzte mir Nicola Notario der Verkaufsdirektor von BAVA noch einen Barolo Chinato Cocchi mit 16,5% zusammen mit ein wenig Bitterschockolade.

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Ein unglaubliches Geschmackserlebnis! Vom Piemont ging es dann weiter nach Österreich genauer gesagt in die Domäne Wachau. Die Freien Weingärtner Wachau verteten durch Mag. Kerstin Klamm(dipl. Sommelière) präsentierten Ihre edlen Weine, die jedem Kenner ohnehin bekannt sein dürften. Besonders überrascht hat uns aber der Süsswein, der zu einem ungewohnt moderaten Preis noch ein Geheimtipp zu sein scheint. Den Abschluss unserer Weinreise durch das Kulinarium Niederreuther machte der Klassiker unter den Weinländern Frankreich. Hier war zwar kein Winzer vor Ort, dafür überraschte Martin Zieglmeier von DC mit absoluten Spitzen Weinen der Top-Weingüter. Diese Roten standen sowohl in Qualität, als leider auch im Preis ausser Konkurrenz. Auch wenn es wirklich ein Erlebnis war einen 2004er Chateau Lynch Bages Grand Cru Classé Pauillac zu degustieren, so tat es einem doch in der Seele weh, dass dieser Wein, der sicher noch einige Zeit hätte liegen müssen, hier zur Verkostung kam. Der 2001er Chateau Poujeaux, Chateua Duhart-Milon, Chateau Gloria beides 2004er und ein GC liessen einem das Wasser im Mund zusammen laufen. Gerne hätten wir alle verkostet, aber es warteten ja noch zwei Champagner auf uns und diesen Wein muss man geniessen. Den Anfang machte Pommery, ich denke hierzu braucht man nicht allzuviel sagen, ohnehin kennt jeder Qualität und Geschmack dieses Edel Champagners, der obendrein noch zu sehr guten Konditionen zu erwerben war. Mit Louis de Sacy war aber noch ein zweiter Champagner auf der Hausmesse vertreten. Ein sehr kleines Weingut, das besonders mit dem Grand Soir überzeugte. Ich denke für Kenner ist dieser Champagner sehr interessant, zu Repräsentationszwecken ist der Pommery zu bevorzugen.

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Insgesamt lässt sich festellen, dass die Auswahl der präsentierten Weingüter mit bedacht gewählt war. So waren die Weine insgesamt doch so unterschiedlich, dass sie weniger konkurrierten, sondern sich vielmehr ergänzten. Für jeden Geschmack, für jeden Geldbeutel, für jedes Land wurde wirklich Aussergewöhnliches geboten. Niederreuther blieb also wieder seiner Maxime treu, absolute Spitzenqualität in jedem Segment zu präsentieren.
Natürlich war neben Weinen auch noch eine Menge anderes geboten. So war die Firma Zotter mit Schokolade in jeglicher Form vertreten. Eine Haselnuss Schokolade, die auch wirklich nach Haselnuss schmeckt, eine Bitterschokolade bei welcher der natürliche Kakaogeschmack den Gaumen für lange Zeit erfreut… . Möglich wird diese hohe Qualität zum einen durch die Verwendung reiner Naturprodukte, sowie einer eigenen Rösterei. Man darf unverblümt behaupten Zotter ist der Champagner unter den Schokoladen!

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Marcello Raimondi präsentierte seine Balsamico-Creme, nicht nur optisch ein Highlight auf dem Teller. Da wir die Sauce ja schon längere Zeit verwenden, wissen wir um Qualität und Geschmack. Für all jene die “Casa Rinaldi” Crema di balsamico noch nicht kennen: Auf zum FeinkostParadies!
Beim Anblick der Fischtheke mit dem präsentierten Hammerhai blieb uns wieder einmal der Mund offen. Und das nicht nur wegen der zu verkostenden Austern der Firma Aquafood, einem Garanten für Spitzenqualität, der Vermarkter von seafood unseres Vertrauens, sondern vor allem wegen der gingantischen Auswahl an wirklich frischer Ware. So war es ja auch wieder einmal typisch, dass kein strenger Fischgeruch, sondern eher das Gefühl eine leichten Meeresbrise unsere Sinne verzauberte. Überwältigt von dem Anblick an frischem Fisch, Käse, Obst und Gemüse vermischt mit den herrlichen Düften, welche Gennaro Donato (Koch bei Niederreuther) in seiner offenen Küche versprühte, konnten wir nicht länger widerstehen und nahmen an der Theke Platz um uns etwas Köstliches zubereiten zu lassen. Die Nudeln mit Shrimps und Lachs, waren erstens vorzüglich, einfach frischeste Ware zum anderen sehr reichlich. Für diesen und jeden anderen Preis unschlagbar. Nicht trocken, nicht verwürzt oder versalzen, sodass der Geschmack der einzelnen Zutaten voll zur Geltung kommen konnte. Danke Gennaro!!!
Nicht verschweigen dürfen wir auch den Pomerol, den uns Herr Schmidt vom FrischeParadies zum Essen empfahl, man konnte ihm ansehen, dass er sich in München wieder einmal richtig wohl gefühlt hat. Dieser Wein war ein wirkliches Gedicht, von welchem wir noch viele, viele Nächte lang träumen werden. Herr Schmidt!, besser hätten Sie uns nicht beraten können.

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www.gennaro-donato.de

Nach dem Essen widmeten wir uns unserem Lieblingsthema: Der Laborküche. Die Texturas bekannt durch Ferran Adriá (El Bulli) bekommen sie nur noch bei Niederreuther! Da wir uns ja schon etliche Nächte um die Ohren geschlagen haben um diesen und jenen Kaviar herzustellen, leider nicht immer mit dem gewünschten Ergebnis, war es für uns ein Highlight unsere Fehler von Christiano Rienzner erklärt zu bekommen. Wir freuen uns sehr einen so ehrlichen, lockeren und kompetenten Zauberer der Laborküche erleben zu dürfen. Danke nicht nur dafür, dass wir vieles lernen durften, sondern vor allem auch dafür, dass Sie ein wenig vom lockeren, kreativen Flairs von El Bulli mitbrachten.

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www.sole-graells.com

Zu viel möchten wir an dieser Stelle nicht verraten, aber eine der Ideen hat uns wieder einmal in Erstaunen versetzt. So war auch die Münchner Suppenküche vertreten. Wer jetzt sagt Münchner Suppenküche, was macht denn die beim Niederreuther?, der hat noch nie die Karotten-Ingwer-Suppe probiert, ohne künstliche Zusatzstoffe, ohne Glutamat, Top-Qualität für kleines Geld, das war es was wir vorfanden. Eben diese Suppe verzauberte Chrisitano Rienzner in eine so eigentümliche Konsistenz wie wir Sie von den Texturas gewohnt sind, einfach immer wieder Genial!!! es lebe die Molekulare Küche!!! (SW)

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