Istrien: temperamentvoll & mediterran

Mittelalterliche Städchen erheben sich auf sanften Hügeln, das Klima ist mild, die Adria warm. Olivenhaine und Weingärten durchziehen eine einzigartige Naturlandschaft mit wildromantischen Buchten, Fjorden und viel Platz für eigene Abenteuer. Oft als „neue Toscana“ gehandelt und trotzdem eine starke Persönlichkeit. Istrien hat Mittelmeer-Charme, ein ungezügeltes Temperament und seine kleinen Geheimnisse. Ein ideales Versteck für kulinarische Schätze und edle Unterkünfte.

Istrien teilt sich von Norden nach Süden gesehen in das sogenannte slowenische bzw. kroatische Istrien, sprachlich ist alles noch viel komplizierter. Jede Region hat ihren eigenen Dialekt, selbst untereinander verstehen sie sich teilweise nicht. Eines hat die ganze Gegend allerdings gemeinsam, das ist die Energie, sich von den Plastikstühlen der 60er Jahre zu trennen und die Hotelbunker-Philosophie abzulegen. Wer an Istrien denkt, erinnert sich vielleicht an die Urlaube aus der Kindheit, als es noch Jugoslawien hieß und man mit den Eltern Campen war. An mitteldichte Zelte, Grillteller voller Cevapcici, das Nacktbaden an felsigen Stränden oder lange Bootsausflüge. Jeder, der dort war, hat bestimmt einmal Bekanntschaft gemacht mit der Bora, dem orkanartigen Wind vom Landesinneren, aber wahrscheinlich eher selten mit Luxus. In den letzten Jahren hat Istrien hart an seinem Image gearbeitet. Es wurde einiges in die Tourismusbranche investiert, um auch an Land neuen Wind in die Segel zu bekommen – mit wachsendem Erfolg. Elegante Hotels sprießen aus dem urwüchsigen Boden, die kulinarischen Highlights dieser Region haben ihr unverdientes Schattendarsein endlich beendet und werden jetzt als Klassiker glanzvoll in Szene gesetzt oder als Gourmet-Geheimtipps glamourös aufgetischt. Die folgenden Orte sind Beispiele einer gelungenen Mischung aus zauberhaftem Kulturgut und einer angenehm frischen Brise Lifestyle. Höchste Zeit, ihnen einen Besuch abzustatten.

Weltberühmt und gebürtig in Piran – Violinist Giuseppe Tartini

Piran – die kleine Schwester Venedigs

Im äußersten Nordwesten der Halbinsel liegt die mittelalterliche Stadt Piran, das best erhaltenste Stadtkulturdenkmal des slowenischen Istriens und der direkte Nachbar des mondänen Portorož. Eng aneinander gebaute Häuser, schmale Gassen und eine 600 Jahre alte Stadtmauer prägen heute noch das stark von den Venezianern beeinflusste Stadtbild. Es ist der Geburtsort des berühmten Violinisten Giuseppe Tartini, dessen Bronzestatue den nach ihm benannten Platz im Zentrum der Altstadt schmückt. Mit Instrument versteht sich. Denn eines Tages, wenn in der Kirche des heiligen Georg eine Jungfrau ihr Ja-Wort gibt, wird er darauf seine Teufelstriller-Sonate spielen, so zumindest die Legende. Bis jetzt warten die Einwohner vergeblich. Eine zweite Bronzeberühmtheit der Stadt hat ein luftigeres Plätzchen und kann auch gar nicht übersehen werden. Es ist der schwerttragende Stadtpatron Sankt Georg. Dieser schmückt die Spitze des (dem Venediger Markusturm nachempfundenen) Glockenturms der gleichnamigen Kathedrale. Dort dreht er sich fröhlich im Wind und hat neben seiner Funktion als Schutzheiliger noch einen Zweitjob, er dient den Bürgern als Wetterfahne. Pirans Bucht beherbergt die Fischfarm der Familie Fonda mit den wohl teuersten Wolfsbarschen der Welt.

Piran –  ein mittelalterliches Juwel des Slowenischen Istriens

Buntes Treiben bei Wind – der Hafen von Portorož

Portorož – Kurort mit Rose

Der „Hafen der Rosen“ –  bei der Vergangenheit dieses Ortes könnte man meinen, der Name komme wirklich von prachtvollem Blumenschmuck, doch es war die alte Maria Rosenkranz Kirche, die Portorož so heißen lässt. Schon im 13. Jahrhundert war die Siedlung ein Kurort, die heilende Wirkung von Meerwasser und Salzschlamm war den hiesigen Mönchen sehr früh bewusst. Auch während der nächsten Jahrhunderte ist man diesen Heilmethoden treu geblieben und wusste die natürlichen Gegebenheiten zu nützen. Im 19. Jahrhundert wurde die erste Kur- und Badeanstalt erbaut, was auch die nahe gelegenen Salinen von Secovlje in Wert und Bedeutung steigen ließ. Auch heute wir hier noch Meersalz von Hand geerntet. Nur bei völliger Windstille kann das wertvollste Produkt, die Salzblüte (Fleur de Sel), behutsam von der Wasseroberfläche geschöpft werden. Die winzigen pyramidenförmigen Kristalle würden schon von der kleinsten Welle zerstört werden. Der Landschaftspark der Salinen von Secovlje ist ein lebendiges Juwel der slowenischen Natur und Kultur – neben der Sumpfschildkröte und den unzähligen Vogelarten leben hier auch Insekten aller Art, alleine über 650 verschiedene Tag- und Nachtfalter. Einzigartig und im Sommer 2013 eröffnet: Das Thalasso-Spa “lepa vida” inmitten der stillgelegten Salzfelder. Das Portorož von heute hat kosmopolitisches Flair, der große Yachthafen macht es zur perfekten Segeldestination. In den Hotels und Spas findet man ein umfangreiches Gesundheits- und Wellnessangebot – das Wohlbefinden steht hier schließlich schon aus Traditionsgründen an oberster Stelle.

Symbiose von Natur und Kultur – die Salinen von Secovlje

 

Rovinj – Insel der Pinsel

Die Stadt Rovinj im kroatischen Teil Istriens wurde im 14. Jahrhundert von den Venezianern erbaut und darum wird man auch hier das Gefühl nicht los, mitten in Italien zu sein. Nach den Venezianern haben sich die Habsburger dort niedergelassen und auch aus dieser Zeit findet man noch architektonische Spuren, z.B. die große Turmuhr am Hafen. Zwischenzeitlich immer wieder einmal zu Italien gehörend, ist Rovinj seit 1947 ein Teil Kroatiens. Die Stadt ist heute noch zweisprachig, logischerweise kroatisch-italienisch. Früher war Rovinj übrigens eine Insel, die man dann 1753 mit dem Festland verbunden hat.

In der Künstlergasse von Rovinj geht im wahrsten Sinne des Wortes bunt und malerisch zu. Unzählige Werkstätten und Ateliers verstecken sich in den alten Gassen. Hier findet man alles von Kitsch über belanglose Basteleien bis hin zu wirklich sehr guten Künstlern, denen man über die Schulter schauen   kann. Im August wird das Künstlerfest Grisia/Grizija veranstaltet und jeder, der dann in Rovinj ist, wird von dieser fantasievollen Stadt gefesselt.

Für Romantiker empfielt sich eine Ruderfahrt mit einem der ortstypischen Batana-Boote. Die handgemachten Boote werden in der Winterzeit für den Fischfang genutzt und im Sommer rudern die Fischer dann gemächlich mit den Gästen um die Halbinsel. Einer dieser Ruderer ist Giovanni, der sein Boot hegt und pflegt und gerne mal scherzt, dass er das Boot sogar mehr liebe als seine Frau. Schließlich gebe ihm sein Boot etwas zu essen und im Sommer verdiene er sein Geld damit. Seine Frau hingegen würde ihm das Geld nur wieder wegnehmen. Doch spätestens, wenn er dann seinen Gästen strahlend vor Stolz die selbstgebackenen Plätzchen derselbigen anbietet, nimmt ihm diese Geschichte sowiese keiner mehr ab.

Der Limski-Fjord – selbst Winnetou war hier schon unterwegs

Nur eine halbe Stunde von Rovinj entfernt befindet sich der Limski-Fjord, ein absolutes Muss für Natur-Freaks. Der Limski-Fjord ist nicht nur durch seine Schönheit bekannt, sondern einigen auch durch die Winnetou-Filme, die dort gedreht wurden. Er ist ca. 10 km lang und entstand vor etwa 10.000 Jahren. Eigentlich handelt es sich bei diesem Fjord ja um eine Bucht, aber weil „Fjord“ spektakulärer klingt, hat sich dieser kleine Etikettenschwindel irgendwann einmal eingebürgert. Heute sind dort Fisch-, Austern- und Muschelfarmen angesiedelt, deren Produkte in Istriens Restaurants sehr willkommen sind.

Tipps für Essengeher:

Casa del Sal: In einem ehemaligen Haus von Salinenarbeitern in Secovlje findet man eine typisch lokale Küche mit familiärem Charme. Auf Wunsch werden u.a. Polenta mit Bakala, Fischsuppe, luftgetrockneter Schinken, Strudel, Kirschknödel und hauseigener Wein serviert. Inklusive Blick auf die ungewöhnliche Landschaft der Salzfelder. www.casadelsal.com

Restaurant Istranova: Im kleinen, denkmalgeschützten Örtchen Padna, unweit von Portorož, findet man das auf dem Teller wieder, was Minuten zuvor hier gerade noch im Garten wuchs. Originell kombiniert mit Fleisch, Fisch, Nudeln und Risotto. Zu den Spezialitäten gehören auch das direkt im Haus gepresste Olivenöl sowie die fantasievollen Suppen. www.istranova.eu

Restaurant Rizibizi: Hier speist man auf einer Anhöhe in Portorož mit wunderbarer Aussicht auf die Bucht von Piran. Neben Oktopus-Salat mit Trauben und Balsamico, geräuchertem Wolfsbarsch mit Birne und Ziegenkäse sowie Orecchiette mit Scampi und Botarga bekommen Feinschmecker auch ein Trüffel-Degustationsmenü mit sieben Gängen serviert. www.rizibizi.si

Restaurant Lanterna: Im alten Kloster auf der Insel St. Andrija nahe Rovinj, in dem sich dieses (zum Hotel Istra gehörende) exquisite Fisch-Restaurant befindet, fühlt man sich in die Zeiten der Habsburger zurückversetzt. Auf einer romantischen Terasse, direkt neben Felsen und Meer, kann man à la carte genießen. www.maistra.com/de/Istra_Rovinj

Tipps für Hotelsuchende:

Kempinski Palace Portorož

“Very legendary” – ein Hotel voller Geschichte und Geschichten. 1910 eröffnet und auf die Bedürfnisse der besseren Gesellschaft ausgelegt, war das Palace Hotel neben dem Excelsior Hotel in Venedig lange Zeit die mondänste Adresse der gesamten Adriaküste. Während des zweiten Weltkriegs beherbergte das mittlerweile samt seiner historischen Parkanlage unter Denkmalschutz stehende Gebäude ein Casino und wurde nach dessen Umzug 1990 leider geschlossen. Die glamouröse Auferstehung kam 2008. Unter Kempinski-Leitung wurde dieser Legende des Mittelmeers wieder Leben und 5-Sterne-Superior-Luxus eingehaucht und dank der originalen Fassade, einem üppigen Ballsaal und den zart duftenden Rosenrabatten ist in diesem Hotel eine kleine Zeitreise in die opulente Welt der österreichisch-ungarischen Monarchie für jeden Gast inbegriffen. Geschätzt wurde dieses Ambiente auch von Berühmtheiten wie Sophia Loren, der das Gourmetrestaurant »Sophia« seinen hübschen Namen verdankt. Dank eines begrünten Neubaus, in dem sich neben weiteren Gästezimmern das Restaurant »Fleur de Sel« und der Spa-, Pool- und Wellnessbereich befinden, kommen die Freunde der modernen Architektur hier auch nicht zu kurz.

Obala 45, 6320 Portorož, Slovenien
T +386 5 692 7000   F +386 5 692 7950
E-Mail: reservations.portoroz@kempinski.com
www.kempinski.com/portoroz

Hotel Lone

Direkt am Meer, inmitten eines Naturparks gelegen und gleichzeitig in Sichtweite von Rovinj, gibt es seit Juni 2011 das Hotel Lone. Das Fünf-Sterne-Haus ist das erste kroatische Mitglied der Kollektion Design Hotels™, die Architektur ist jung, gewagt, extravagant und bildet einen reizvollen Kontrast zur mediterranen Landschaft. Den Einrichtungsstil könnte man als „urbane Eleganz” beschreiben, viele Gegenstände sind – von überwiegend einheimischen Künstlern – eigens für das Hotel entworfen worden. Ausserdem beherbergt die Hotelanlage auf 2.400 Quadratmetern einen der modernsten und größten Wellnessbereiche Istriens. Als Besonderheit gibt es anstatt der üblichen Whirlpools in den Boden eingelassene, raumfüllende Becken, die sogenannten „gefluteten Zimmer“. Unter seinem Dach vereint das Lone sieben Bars und Restaurants, in denen mit viel Gespür die traditionelle Küche Kroatiens neu interpretiert und mit kreativen Akzenten verfeinert wird. Das À-la-carte-Restaurant »L« im Erdgeschoss des an ein Schiff erinnernden Gebäudes ist die Gourmetadresse des Hauses und mit seiner weitläufigen Terrasse der perfekte Rahmen für ein stilecht-romatisches Dinner bei Sonnenuntergang.

Luje Adamovica 31, 55210 Rovinj, Kroatien
T +385(0)52 632 000   F +385(0)52 632 001
E-Mail: lone@maistra.hr
www.lonehotel.com

Hotel Monte Mulini

Erst kürzlich den The Leading Hotels of The World beigetreten, gehört dieses Fünf-Sterne-Resort an der Westküste Istriens zur Königsklasse. Das charmante Boutiquehotel liegt in einer malerisch-romantischen Bucht und ist zugleich nur zehn Gehminuten von Rovinj entfernt. Eine Synergie aus luxuriösem Design und Funktionalität ist verantwortlich für seine komfortable Innenausstattung, bei der vorwiegend die warmen Farben tonangebend sind. Die Architektur des Monte Mulini stammt aus der Feder des Londoner Studios WATG, das bereits weltbekannte Hotelprojekte wie das Emirates Palace in Abu Dhabi entwarf und sich hierfür vom Azurblau der Adria inspirieren ließ. Das Fine-Dining-Restaurant »Wine Vault« – im Stil eines traditionellen, jedoch mit moderner Kunst verfeinerten Weinkellers – begeistert auch den anspruchsvollen Gaumen. Eine aufregend Kombination aus französischer und mediterraner Küche sowie Tomislav GretiÄ, ein Chefkoch von internationalem Rang und durch zahlreiche TV-Auftritte und eine Kochshow im kroatischen Fernsehen eine nationale Berühmtheit, machen´s möglich. Autor der Weinkarte mit 550 ausgewählten Schätzen ist einer der besten Sommeliers Kroatiens – Emil Perdec.

A.Smareglia bb, 55210 Rovinj, Kroatien
T +385(0)52 636 000   F +385(0)52 636 001
E-Mail: montemulini@maistra.hr
www.montemulinihotel.com

Adressen Genussadressen:

- VIKING Restaurant (Lmiski Limski-Fjord)
- Restaurant WINE VAULT (Sterne Hotel Monte Mulini)
- Restaurant Casa del Sal
- Restaurant Istranova
- Restaurant Rizibizi
- Restaurant Lanterna
- Trüffel und Wein
- FONDA die teuersten Barsche der Welt
- Olivenöl-Weltmeister

Übernachtungen und Erholung:

- Designhotel LONE Istrien
- Hotel Kempinski / Portoroz
- 5 Sterne Hotel Monte Mulini
- SPA im Salzfeld

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