La Bouche

Jahnstr. 30
Eingang Westermühlstrasse
80469 München
Tel. +49 9 26 56 26

www.restaurant-la-bouche.de

Direkt gegenüber dem bekannten Faun im Glockenbach liegt das La Bouche, ein Franzose, der aber auch über die Grenzen hinweg italienisches und deutschen Spargel auf der Speisekarte hat.

Auf zwei Blättern steht das gesamte Vor & Hauptspeisen Repertoire – klein aber fein. Von Fischsuppe über Sommerartischocke, Entenleberpastete bis zu Austern Fine de Claire ist alles ganz französisch, dann ergänzt um z.B. Bündnerfleisch und Vitello Tonnato (alles unter EUR 10). Zwischengerichte von Pasta bis Risotti liegen um EUR 14,-. Für den kleinen Hunger gab’s für uns die Datteln im Speckmantel, kräftig, saftig und nicht verschrumpelt wie man es sonst kennt (EUR 4).

Für den großen Hunger haben wir uns für Coq au Vin vom Maishähnchen (EUR 17,50) und dem Chou Croute mit Meeresfrüchten (19,50) entschieden. Das Coq au Vin kam zart und kräftig daher – das Chou Croute mit Loup de mer, Lachs, kleiner Jakobsmuschel und Garnele. Tolle Mischung, passt sehr gut zum cremig zitronigen Chou Croute (nur die deutsche Übersetzung würde Sauerkraut dazu sagen, aber natürlich nicht mit der bayrischen Zubereitung zu vergleichen).

Die Dessertkarte kam als nette Idee auf einer Postkarte daher – und für uns dann Crème brûleé und das Sorbet du jour, heute Grüner Tee, nicht gerade französisch – aber das erinnerte mit gleich an mein letztes Geschmackserlebnis dieser Art im JIN, dem Japaner im Lehel. Recht erfrischend für einen lauen Sommerabend, ein wenig bitter im Abgang  - mir schmeckt’s. Die Crème hätte innen noch ein wenig crèmiger sein können, aber knusprig obendrauf war’s wie es sein muss.

Apropos lauer Sommerabend – heut war natürlich draussen gedeckt – endlich milde Temperaturen auch nach Einbruch der Dunkelheit. Kleine französische Gartenmöbel laden zum lauschigen Verweil ein. Ein wenig eng geht’s, zu – bei wenig Platz wird optimiert. So sitzt man zu zweit nicht gegenüber sonder übers Eck, Moi-même an der Wand, Madame links. Am Nebentisch geht’s gleich so weiter, so dass der Rücken des nächsten Quersitzers gleich zur meiner Rechten kommt.

Das wär nicht weiter tragisch, wenn nicht ausgerechnet an diesem Abend dieser Nebentisch zu einem 5-Tisch aufgepeppt wurde und mir zwei Rücken mit prägend englischem Parfüm als Trennwand zugeteilt wurden, was zu meinem Chou Croute nicht wirklich passte. Kleiner Trost, unsere Nachbarn saßen ja nun noch enger beinand. Und mit britischem Humor witzelten sie beim Platznehmen über die Enge im kräftigen Slang: “Aile or Window ?”- Gangplatz oder Fenster bitte?, “o.k. we are used to fly BA” nach dem Motto im Flieger ist’s auch nicht besser. Aber besser gegessen haben wir auf alle Fälle – und das bewegte Flair vom Glockenbachviertel bekommt man gratis dazu.

FW

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