Martinsgans gibt es am 11. November

An Martin sind die Gänse zum Schlachten. Aber warum … die Geschichte sagt: ab dem 11. November beginnt die vorweihnachtliche Fastenzeit, 40 Tage wird nun gefastet. Früher war es auch der Termin an dem die Pacht mittels Gans bezahlt und das bäuerliche Jahr abgeschlossen wurde. Das traditionelle Martinsgans-Essen kommt aber auch daher, dass ein feiger Bischof sich in einem Gänsestall versteckte um sich vor der Verantwortung zu drücken. Da die Gänse so laut schnatterten und ihn veraten haben, werden seit dem an diesem Tag die Gänse verspeist. Also wieder einmal geht es einer Gans and den Kragen, besser wäre es doch gewesen dass der Bischof eine Strafe bekommt. Naja… nur meine Meinung.

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Aber nun zu unserer Gans, zunächst machen wir in der Früh um 8:30 die Füllung, was ja doch eine Herausforderung ist um diese Zeit mit Kaffee in der Hand Zwiebel zu schneiden. Man schneidet Zwiebeln, Äpfel, alte knatschige Semmeln und wenn man möchte gibt man noch ein paar Maronen dazu. Das Ganze wird dann mit Salz, Pfeffer, Majoran usw. gewürzt und angebraten.

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So, jetzt geht es der Gans an den Kragen (dies ist für meine Kinder super interessant). Die Füllung wird in die Gans gestopft, es kommt noch ein bischen Petersilie und Butter dazu, und danach wird der Bauch zugenäht oder mit einem Spieß zugemacht. Die Gans wird mit Salz, Pfeffer gewürzt und mit einer Honig-, Olivenöl- Pfeffermischung bestrichen. Danach kommt das Ganserl auf ein Blech mit hohen Rand. In dem Blech ist ein bischen Salzwasser mit Kümmel, mit dem die Gans dann von Zeit zu übergossen wird. Jetzt kommt das gute Stück in den mit 240 Grad vorgeheizten Backofen.

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3 Stunden hat man nun Zeit für die Beilagen und …. den Frühstückskaffee in Ruhe auszutrinken. Wir machen klassisch Blaukraut und Knödel dazu. Dann kann man auch schon dem Rotwein ein bischen Luft gönnen und ihn öffnen (Jurtschitsch, Sonnhof 1999 Rotspon, Reserve, Barrique), ein toller Wein.

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Nicht vergessen, die Gans wird bei 200 Grad gebraten, immer wieder mit dem Wasser aus dem Blech übergiessen. Zusätzlich habe ich sie noch 2 mal umgedreht damit die Unterseite auch knusprig wird.

Dann habe ich mir noch eine kleine Zusatzaufgabe gemacht und zum ersten Mal die Familienknödel zubereitet. Es ist ja eigentlich so eine Traditionssache, nur die Oma, Mamma, Tante machen diese Knödel, aber ich wollte es jetzt auch einmal versuchen. Teigknödel Familienart (Servettenknödel).

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Die Teigköndel werden folgendermaßen gemacht:
Mehl, Salz, und Sprudelwasser schön zu einen Brei schlagen, danach alte knatschige Semmeln in Würfel schneiden diese mit der gleichen Menge Eier zugeben und mit den Händen zu Knödel formen. Danach ca. 20 Min in kochendem Wasser lassen, herausnehmen und gleich halbieren.

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So, jetzt ist es 12:30 und die Gans ist fertig. Jetzt wird sie herausgenommen und mit einer Geflügelschere, die wir uns von unseren netten Nachbarn geliehen haben, zerteilt. Das ausgebratene Sossenfett wird nun abgeschöpft, und der Rest der Sosse gebunden.

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Bei einer Gans wird das Fett herausgebraten und bei einer Ente bleibt es im Fleisch. Resultat für meine ersten Knödel und für unsere erste Gans, super lecker.
Uns und unseren Gästen hat es auch gut geschmeckt und ich denke … die 40 Tage Fastenzeit brauche ich auch, denn selbst nach einem edlen Schnaps habe ich kein Abendessen mehr gebraucht.

Grüße Thomas

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5 thoughts on “Martinsgans gibt es am 11. November

  1. 13. November 2006 at 22:38

    240 Grad + Honig = schwarz

    160 Grad 3,5 Std. + Honig am Schluß = knusprig und zart….

    Albert Flostein

  2. 13. November 2006 at 22:38

    Es waren nur 200 Grad + Honig 5 Kg 3 Std. und nur Poppo war leicht schwarz.. aber geschmacklich super, kurz vor verbrannt.

  3. Erna und Georg
    13. November 2006 at 22:38

    Es freut mich, daß Dir die Knödel so toll gelungen sind, auch das Ganserl sieht ganz lecker aus.

    Erna und Georg

  4. Oma Manti
    14. November 2006 at 22:38

    Thomas, Du hast die Familienknödel sehr gut gemacht. Ein bisserl Wehmut ist dabei, weil ich Dir nichts Besonderes mehr bieten kann. Du bist jetzt Groß……
    und kannst alles ganz super alleine mit Hilfe Deiner Frau und Kinder.

  5. 15. November 2006 at 22:38

    Na, da bin ich der Meinung da bleibt noch sehr viel übrig was ich von Euch noch ausprobieren kann. Stimmt nicht ganz, ohne Euch gehts nicht… Ist so!

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