Niepoort-Verkostung

Dirk van der Niepoort in München, er zählt als Querdenker der Weinwelt. Er ist nun in der fünften Generation des heute 165 Jahre alten Traditionshauses “Niepoort”. Sein Resultat präsentierte er in der Terrine mit einer Degustation, die von Jakob Stüttgen in der Küche begleitet wurde. Zusammen mit Somellier Benjamin Karsunke (Terrine) hat er uns seine Weine und Portweine probieren lassen.

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Was sollte man bei einer Verkostung wissen, und wie verhält man sich bei einer Probe? All die Fragen stelle ich mir hier. Wir bekommen von Herrn Dirk van der Niepoort die Grundsteine seiner Weine erklärt. Benjamin verteilt Blätter auf der 11 Positionen stehen. Diese werden wir nach und nach verkosten, also eine “vertikale Probe”. Um es hier kurz zu erklären, vertikale Probe bedeutet Weine des gleichen Weingutes verkosten.
Wir beginnen mit “2005 Fabelhaft” und “2004 Vertente”. Der 2005er Fabelhaft ist gerade erst vor 2 Wochen abgefüllt, noch ein bischen jung aber schon interessant, warten wir es ab. Der Alkoholgehalt ist hier nicht so hoch wie bei den folgenden Weinen, er hat “nur” 13%. Der Vertente hat eine schöne dunkle Farbe, ist traubig, beerig und sehr voll und alkoholhaltig, dazu von Jakob Stüttgen – unserem Küchenchef – Makrele auf Lauch mit roten Zwiebeln.

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Weiter geht es mit “2004 Redoma Tinto” und “2003 Batuta”. Der Tinto riecht stark und voll, seine Farbe leicht Violet, einigen am Tisch zu schwer. Er ist mit Sicherheit kein Sommerwein für Frauen, ich würde eher den Winter mit Holzofenathmosphäre vorziehen. Der 2003 er Batuta ist hier der beste, hier stimmt das Gleichgewicht zwischen Alkohol und Frucht. Obwohl Dirk immer wieder betont, dass 2003 nicht sein Jahrgang war, finde ich diesen sehr gut.
Was mich ein bisschen irritiert ist immer wieder das Ausspucken der Reste bei Weinverkostungen. Wenn dazu auch noch gegessen wird stelle ich dies ein wenig in Frage, ob das am Tisch so angesagt ist. Ich verstehe, wenn man bei der Verkostung einen 1995er in den Topf gießt. Denn bei 11 verschiedenen Weinen würde man mit Sicherheit den 10 oder 11ten nicht mehr beurteilen können, wenn man alles austränke – und da es kein Gelage ist sondern eine Weindegustation möchten wir auf jeden Fall den Gesamteindruck der Palette von Niepoort bekommen. Aber, ich denke da bin ich nicht der Weinexperte, der dies beurteilen könnte. Speisebegleitung hierzu ist Fisch mit Safransosse.

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Zügig geht es weiter mit “2005 Redoma Branco Reserv” und “Charme”. Anekdote am Rande: Der Redoma wurde in kleinen Kisten geerntet und Dirk wollte einen reinsortigen Wein machen, leider wurde dann wieder alles gemeinsam in einem Container angeliefert. Die Reben sind auf 3 Weingärten in verschiedenen Höhenlagen angelegt, von 600 bis 800m sind sie verteilt und ergeben somit einen guten Traubenmix. Beim Charme ist alles anders, erzählt er uns, der Charme “möchte gerne ein Burgund sein ist aber ein Pinot Noire”. Dieser Wein wird sasmt seiner Stiele vergoren, wobei das Schwierigste bei dieser Art der Zeitfaktor ist, denn er wird in 3 Std. gemaischt, würde man nicht den richtigen Zeitpunkt erwischen, hätte er mit Sicherheit zu viele Bitterstoffe.

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Nun gehen wir auf die Portweine über, “Junior Tinto”, “Senior Tawny”, Tinto steht für dunkel und Tawny für hell. Beide passen hervorragend zu Schokolade, ich könnte mir auch ein blutiges Steak vorstellen. Jakob Chef der Küche hat uns etwas besonderes dazugebracht (Kaninchenragout und Boudin Noir, Artischocken und Blutwurst in Kräutersosse, Salbei), es war sehr lecker aber ein bischen gewöhnungsbedürftig zum Portwein. Danach “2001 Late Bottled Vintage Port”, “Tawny 10 Years Old”, “1995 Colheita und die “2005 Vintage (Faßprobe).

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Der 10 Jahre alte Tawny war mächtig lecker… Alles in allem, ein außgezeichneter Port. Wir haben es genossen.
Euer Thomas
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One thought on “Niepoort-Verkostung

  1. 2. März 2007 at 22:38

    Der Teller mit der Makrele kommt mir irgendwie bekannt vor. Das muß ein Klonteller sein. Hast Du den selben Geldbeutel mit Reisverschluß wie ich ?
    Grüße an Blaumann eh Naumann…oder so irgendwie

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