Retter´s

Retter’s
Frauenstr. 10/12
80469 München (Viktualienmarkt)
089 – 23 23 79 23
www.retters.de

mmmh…. Wirklich mutig! Wer im einzig verfügbaren Menü nur “Schulter vom Poltinger Lamm” anbietet, und als Klassiker-Alternative “Kalbszunge und gebackener Kalbskopf mit Pfifferlingen” vorsieht, der darf sich nicht wundern, wenn der erste Gedanke der Begleitung die Fluchtergreifung ist. Klar, es darf auch mal etwas aussergewöhnlicher sein. Aber bei so einer knappen Auswahl beschränkt man sich schon auf maximal 10% aller Feinschmecker, erst recht Feinschmeckerinnen. Sodann wurde in der Küche flux nachgefragt und ein Rinderfilet angeboten, allerdings nur mit Beilagen, die bei der Lammschulter verfügbar sind. Auf die Idee, das Rinderfilet mit den Pfifferlingen des “Klassikers” anzubieten, kam der Ober nicht (wir leider auch nicht, das fiel mir jetzt gerade beim Schreiben auf). Als vorgegebenes Menü, bei dem man zwischen 2-4 Gängen zu EUR 29/37 und 45 wählen konnte, gab’s Kalte Tomatensuppe mit Gemüsewürfeln (seltsam an einen kalten, regnerischen Sommerabend), Gebratene Garnelen auf Lauchsalat mit Orangen-Chilli-Dressing, der angesprochenen Lammschulter mit Honig und Rosmarin geschmort, dazu Speckzwetschgen und Rahmkohlrabi. Zum Menü bietet Frau Retter die passende Weinbegleitung an. Das sollte man sich nicht entgehen lassen, denn wann sonst wählt man freiwillig nur deutsche Weine aus. Das nebenan zugehörige Weinschmecker / Feinschmecker hat sich demnach auch auf hauptsächlich deutsche Weine spezialisiert. Als Gruss aus der Küche gab’s Linsen mit krustigem Speck in erfrischendem Essig.

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Die Garnelen angenehm scharf durch das Chilli-Orangen Dressing.

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Die Lammschulter, saftig, zart und krosse Kruste – sehr gut passend zum Rahmkohlrabi und den Speckzwetschgen.

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Das Rinderfilet zart und weich, in der eigenwilligen Kombination zu den Beilagen überraschend fein. Besonders hervorzuheben war der angebotente deutsche Rotwein aus der Pfalz: 2005 Leo Prestige, Weingut GermanHill.

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Wer nun Querverbindungen zu Hillinger nach Österreich sucht, liegt genau richtig. Der Legende nach hat Hillinger in jüngster Vergangenheit bei einem Vortrag in der Pfalz – zu Recht – auf die mangelnde Vermarktungsfähigkeit Deutscher Winzer hingewiesen. Als Antwort bekam er: “Dann machen Sie es doch selber”. Nun, das ist das Ergebnis: Hillinger kauft von Pfälzer Lagen verschiedene Rebsorten ein, bei denen er den Winzern genaue Anweisungen gibt wie Schnitte etc. zu erfolgen haben. In eigens gegründeten Gut in der Pfalz wird dann dieser ausgesprochen feine, runde Cuvee zusammengestellt. Was für ein deutscher Wein! Geht doch! Zurück zu den Speisen: Auch wenn die Qualität sehr gut ist, das Retter’s war an diesem Abend nur was für besondere Geschmacksneigungen… Schade!

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