Rhabarber – du bist wunderbar!

Kurz nach Ostern trifft man ihn im Supermarkt an, er liegt dann ganz einsam und noch etwas verschämt zwischen den Orangen und den Kohlköpfen. Ein Genießerherz freut sich auf diesen Moment, bedeutet er doch, dass der Frühling Einzug hält, dass bald T-Shirts an- und die Strümpfe ausgezogen werden können. Rhabarber im Supermarkt bedeutet, die Tage werden länger, wir essen auf der Terrasse, treffen uns im Garten. Und dennoch führen die langen Stangen of ein Schattendasein. “Was soll ich denn aus Rhabarber machen?” “Der ist ja soo sauer!” “Da muss man so viel Zucker dazugeben.” Richtig, das lange Gewächs  wird vom stolzen, etwas hochnäsigen Spargel, der sich mit dem Rhababer das Saisondasein teilt, arg in den Hintergrund gerückt. Jede Familie hat ein Rezept für Rhabarberkuchen und das war’s.

Aber, dem ist nicht so. Rhabarber ist ein ganz besonderes Gemüse, sehr kaliumreich, ballaststoffreich, vitamingeladen und kalorienarm. Er enthält auch viel Oxalsäure, für Personen mit Nierenproblemen daher ungeeignet. Rhabarber kann man auf vielfältigste Weise zubereiten, nicht nur im Streuselkuchen.

Rhabarber und Orangen entsaften und mit etwas Honig mischen, ein herrlicher Smoothie.
Rhabarber mit Birnen (zu gleichen Teilen) entsaften und mit Gelierzucker und Apfelpektin zu Gelee verarbeiten, ein Hochgenuss für jedes Frühstück.
Rhabarberstückchen kurz mit Vanillezucker und etwas Butter in der Pfanne andünsten, dann Pfannkuchenteig daraufgießen und die Rhabarberpfannkuchen mit geschlagener Sahne servieren – sensationell.
Rhabarberstückchen mit Schalotten in Butter andünsten, ein Fischfilet darauflegen, mit Weißwein und Sahne ablöschen, serviert mit Reis eine außergewöhnliche Kombination, mit der Sie bei Gästen Eindruck machen können.
Probieren Sie mal eine Paprika-Rhabarber-Creme-Suppe – edel und besonders. (Die Zugabe von Milch oder Sahne verringert übrigens den Oxalgehalt.)

Also, der Rhabarber mit seinem herben Charme macht uns glücklich im Frühling, bald verlässt er die Supermarktische für ein Jahr. Geben wir ihm noch einmal die Chance, ihn zu genießen. Wagen Sie sich an die  Zubereitung des sauren Genossen. Eingekocht oder eingefroren bleibt er uns zwar noch bisschen länger erhalten, aber frisch zur Saison ist er eine Glück für jeden Genießer.

Übrigens, haben Sie frischen Rhabarbersaft schon mal mit etwas Läuterzucker gesüßt mit eiskaltem Rieslingsekt aufgegossen, nein? Dann tun Sie das doch mal, Sprizz und Hugo werden vor Neid erblassen!

Nächste Woche: Aprikosen

Text: Verena Schulze

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