Thomas Thielemann wechselt vom Schweinsbräu (Herrmannsdorfer Landwerkstätten) an den Tegernsee.

Laut Gault Millau: “Glonn bei München: Thomas Thielemann zieht nach 20 Erfolgjahren im Herrmannsdorfer Schweinsbräu an den Tegernsee.”

 

 

 

Dinnerscout Bericht vom 03.September 2006

Herrmannsdorf 7
85625 Glonn
Tel +49 (0)80 93/90 94 45
www.schweinsbraeu.de

Schweinsbräu, warum eigentlich Schweinsbräu? Wir gehen in die architektonisch mondäne Gaststätte in den Hermannsdorfer Landwerkstätten, schön ist es hier, eine große Eingangshalle mit Ofen und einem freiräumigen Aufgang in die offene Gastronomie. Der große Einblick in die Küche zeigt was gespielt wird, es wird nicht verdeckt gearbeitet, man soll sehen wie es in der Küche zugeht.

Schweinsbraeu_Herrmannsdorfer1.jpg

Schweinsbraeu_Herrmannsdorfer2.jpg

Der Freiraum, der hier dem Auge gewährt wird, wird immer wieder durch gestalterische Akzente unterbrochen, Kunst und Design an verschiedenen Ecken. Sonderausstellungen, die Kupferkessel der Brauerei und Skulpturen kann man bewundern.

Aber wir sind ja zum Essen hier! Da wir nicht reserviert haben und alles voll ist, warten wir am Eingang, glücklicherweise ist noch ein Platz frei und wir werden vom Service an einen Tisch begleitet, der mitten in dem großen Restaurant ist. Wie wir dann mitbekommen haben, war es bei vielen Gästen der Fall, abgewiesen zu werden, da sie nicht reserviert hatten. Die Herrmannsdorfer Landwerkstätten sind in den letzten Jahren zum Wochenendsmagnet geworden, mit Jazzbrunch und diversen Angeboten kommen immer mehr auf die Idee nach Glonn zu fahren. Das biologische nahrungsbewußte Konzept kommt hier in allen Zügen zum tragen. So ist es auch bei dem ersten Gang, ein leckerer gemischter Salat für 7,50 Euro. Danach Wildlachs mit Roter Beete, Bohnensalat und Meerrettichrahm 13,- Euro.

Schweinsbraeu_Herrmannsdorfer3.jpg

Der freundliche Kellner “Niko” aus Rumänien erklärt uns und unseren Tischnachbarn die Weine sehr gut und bringt einen südlichen Charme ins bayrisch mondäne Biolokal. Der restliche Service ist etwas reserviert und leicht steif, ohne Schnörkel und geblümtes Lachen. Hier soll eben das gekochte Produkt wirken, ohne zu verschnörkeln oder zu “parfümieren”, wie es der ökologisch arbeitende Koch Thomas Thielemann ausdrückt.

Schweinsbraeu_Herrmannsdorfer4.jpg

Meine Kalbsleber auf Kohlrabi mit Kartoffelpüree ist perfekt, leicht und auch ohne zusätzliche Verzierung, ich habe dann auch das Püree weggelassen. Gerne isst man ja die Kalbsleber klassich mit Apfel, aber in diesem Fall ist der pure Geschmack fein genug. Die Leber für 21,- Euro hat auch einen gesunden Preis, ist ja auch Bio, sage ich mir!

Schweinsbraeu_Herrmannsdorfer5.jpg

Zum Abschluss noch eine Zitronencreme mit Schokoladeneis und marinierten frischen Früchten für 9,- Euro und einen doppelten Espresso, das schließt das angeregte Gespräch mit unseren Tischnachbarn und das Mittagsessen ab.

Fazit: Auf jeden Fall einen Besuch wert, aber Achtung: unbedingt reservieren!
Euer Thomas

3 thoughts on “Thomas Thielemann wechselt vom Schweinsbräu (Herrmannsdorfer Landwerkstätten) an den Tegernsee.

  1. Ullrike
    4. September 2006 at 22:38

    Glonn haben wir schon besucht als es noch ziemlich neu war, seitdem nicht mehr. Dafür kaufe ich gerne in den Geschäften in München Blut- und Leberwürste (ein Gedicht) und Fleisch sowie den alten Hermannsdörfer (Käse). Die Preise haben es in sich, aber die Qualität auch!
    Gruß Ullrike

  2. Hans
    15. September 2006 at 22:38

    Man muss das “Schweinsbräu” am Mittwoch oder Donnerstags besuchen, kein Kampf um Tische, ländlich Gemütlich halt. Die beschriebene Kalbsleber, bei mir mit Apfel, ist wirklich (nicht nur vom Preis) gut, aber auch Lamm und anderes verdient die Note “sehr gut”. Thunfisch als Vorspeise kalt ein Gedicht. Der Weisswein, ein Rivaner, für € 6,50 (0,2l) im oberem Bereich, auch in Ordnung und ein Bier vom feinsten.
    Bleibt das Problem von 25 km Rückfahrt mit dem Auto.
    Fazit: Jetzt ist mir klar, warum die bessern Leute für ihren Landausflug einen Driver hatten. Ich meine vor unserer Zeit, wo alles besser war!

  3. 31. Oktober 2006 at 22:38

    Wir waren aufgebrochen um den sagenumwobenen Ruf dieses Lokals an einem Samstag abend zu testen. Natürlich mit dem entsprechenden Wohnmobil, damit auch die Verkostung des Weines möglich ist.

    Von überladener Erfahrung an Problemen der Gastronomie durften wir feststellen, dass dies, zumindest an diesem Tag, eher ein Himmel war als die Hölle.

    Das angebotene Abendmenü war erstklassig. Selbst der “Kellner” entpuppte sich Weinkenner und Liebhaber.

    Zu jedem Gang den richtigen Wein, das muss Zufall sein.

    Das Fleisch zart aber doch mit Biss, wohlschmeckend und von einer Qualität die man nicht nur sehen sondern fühlen konnte.

    Ich bin mir sicher, dass wir ein zweites Mal das Restaurant besuchen werden, welches im übrigen in seiner Urigkeit die hohe Schule des Kochens nicht erwarten lässt.
    Hoffentlich war das nicht nur ein Traum unseres Geschmackssinn, welcher nach dem Genuss des ausgezeichneten Weins in Erinnerung blieb.

Kommentar verfassen