Terrine München schließt, Dinnerscout sagt auf Wiedersehen!

Klein, fein und immer auf höchster gastronomischer Ebene. München verliert ein Stück Pariser Flair.terrine_abschied

 

Wer die Entwicklung der Terrine mitverfolgt hat, wird sicherlich mit einer Träne im Auge diesen Artikel lesen. 1978 hat Fritz Eichbauer die Terrine eröffnet und mit leidenschaftlichem Bestreben über 35 Jahre versucht, dieses kleine Restaurant zu einem IN-Restaurant auf Sterneniveau zu machen. In der Zeit waren zum Beispiel Werner Licht oder zuletzt Jakob Stüttgen an den Töpfen. Bekannte Sommeliers und gut geschultes Servicepersonal waren ebenso die Vorraussetzung für Genuss auf hohem Niveau. Leider ist es nun vorbei.

Ist es möglicherweise in dieser Ecke Münchens schwer, die Kundschaft zu erreichen, die man in der Terrine benötigen würde? Die Studentenecke oder auch das Univiertel wird es ja genannt, Parkplätze sind rar bis nicht vorhanden, Laufkundschaft gibt es so gut wie keine, und die umliegenden Geschäfte ziehen nicht das Klientiel an, welches in der Terrine zum Kundenstamm gehört. Man hat sich bewusst vorgenommen, dort hin zu fahren, um Flair und Qualität zu erleben.

Es ist schon wieder einige Zeit her, dass das Restaurant von Fritz Eichbauer an seinen Sohn Felix übergeben wurde. Felix Eichbauer hat mit frischem Wind in den Segeln die Terrine restauriert, neu ausgestattet und mit Jakob Stüttgen sind sie neue gastronomische Wege gegangen. So erkochte Jakob Stüttgen dann einen Stern für die Terrine, es war irgendwie auch eine Bestätigung dafür, dass dieses Konzept aufgeht. Durch die Nachfrage der Kunden wurde dann noch ein Terrine-Shop eröffnet in dem man Produkte, die Jakob Stüttgen verwendet hat, kaufen konnte. Vor einem Jahr dann (2012) verließ Jakob Stüttgen die Terrine, um eigene Wege zu gehen. Sebastian Heil, der vor acht Jahren schon als Sous-Chef mit im Boot war, übernahm die Leitung. Ein leicht verändertes Konzept musste her, zusätzlich zum 5-Gang-Chef-Menü mit allerlei kulinarischen Überraschungen präsentierten Sebastian Heil und sein Küchenteam saisonal wechselnde Bistro-Klassiker à la carte. Den Weinkeller pflegten die Tantris-Sommeliers Justin Leone und Stefan Peter.

Ein Jahr später (2013) verabschiedet sich nun Sebastian Heil von der Terrine. Das verflixte siebte Jahr war schon längst vorbei, aber nun will auch er neue gastronomische Wege gehen und sich verändern. Die Entscheidung dafür, das vor einem Jahr bereits geänderte Konzept erneut zu ändern, funktioniert nicht. Das “kulinarische Herz” Sebastian Heil fehlt.

Jetzt muss etwas anderes rein, etwas, das nicht verglichen wird, etwas, das ebenso Qualität liefert aber auch neue Zielgruppen anspricht. Breiter, legerer, entspannter, lässiger –  kurzum weg von der Sterneküche und hin zur normalen, anspruchsvollen Gastronomie. Und so wurde auch ein Nachfolger gefunden. Es  wird nun “Restaurant Huckebein Essen und Wein” heißen und mit Jan Rubbenstroth, der früher bei Käfer-Partyservice und Schuhbeck war, einen neuen Küchenchef bekommen. Der Service der Terrine wird in Zukunft im Tantris sein und auch von dieser Seite werden wir nun neu bedient.

Wir sind gespannt was aus dem kleinen Juwel Terrine wird und wünschen der neuen Mannschaft viel Glück und Ausdauer, um der sehr hoch angelegten Messlatte gerecht zu werden.

Auch Sebastian Heil wünschen wir einen guten Start und freuen uns, wenn wir etwas Neues von Dir hören.

TN

 

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